Wieso, weshalb, warum?
Über Qamqam

Legal Technology (Legal Tech) ist auf dem Vormarsch. Immer mehr Unternehmen setzen auf IT-gestützte Systeme, um juristische Arbeitsprozesse teilweise oder vollständig zu automatisieren. Welchen Einfluss dieser Digitalisierungsprozess auf die juristische Branche insgesamt entwickeln wird, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt niemand mit letzter Sicherheit sagen. Die Entwicklung der letzten Jahre hat jedenfalls gezeigt, dass die Automatisierung juristischer Standardverfahren das Quantum des menschlichen Arbeitsaufwandes senkt und Fehleranfälligkeit reduziert.

Dadurch können Rechtsdienstleister ihre Ressourcen effizienter organisieren und Prozesskosten minimieren. In manchen Fällen können sogar gänzlich neue Geschäftsfelder erschlossen werden, die zuvor aus betriebswirtschaftlichen Erwägungen nicht bestellt wurden. Aus Verbrauchersicht ist diese Entwicklung vorteilhaft, soweit sich die Kosteneinsparung des Dienstleisters in der Kostenstruktur widerspiegelt und juristische Standardleistungen zu geringerem Preis in Anspruch genommen werden können. Langfristig ist zu erwarten, dass der Einsatz von Legal Tech immer breiteren Schichten von Verbrauchern und Kleinunternehmen einen bezahlbaren Zugang zu juristischen Standardleistungen verschafft.

Der Ursprung des Projekts

Je lukrativer das Geschäftsmodell, desto höher die Anzahl potentieller Mitbewerber; das ist marktwirtschaftliches Gesetz. Dies birgt mehrere praktische Implikationen: Ist ein Geschäftsmodell besonders lukrativ, müssen Unternehmen potentielle oder tatsächliche Konkurrenz fürchten. Die Unternehmen sind schlecht beraten, langfristig darauf zu vertrauen, dass potentielle Konkurrenten die Attraktivität des Geschäftsmodells verkennen. Der (latente) Wettbewerbsdruck erzwingt, Kosteneinsparungen möglichst an den Verbraucher weiterzugeben. Andernfalls würde die eigene Wettbewerbsfähigkeit schnell beeinträchtigt und die Marktstellung gefährdet. Es liegt im vernünftigen unternehmerischen Eigeninteresse, Einsparungen in der Kostenstruktur abzubilden und möglichst an den Verbraucher durchzureichen.

Mit steigender Anzahl an Mitbewerbern erhöht sich der Druck, innovativ tätig zu sein. Um sich in einem umkämpften Geschäftsfeld zu behaupten, verfolgen die Akteure unterschiedliche Strategien: Manche erklären ihren Mitbewerbern den „Preiskampf“, andere variieren das Geschäftsmodell. In jedem Fall aber wird das Angebot vielfältiger, aus dem der Kunde wählen kann. Aus Verbraucherperspektive ist das uneingeschränkt zu begrüßen: Aus unterschiedlichen Angeboten kann dasjenige gewählt werden, was am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt. Das setzt freilich voraus, dass der Verbraucher um die verschiedenen Angebote weiß und mögliche Unterschiede kennt.

Im Fall von Entschädigungsdienstleistungen nach EU-FluggastrechteVO, der Monstranz der Legal Tech Branche, ist dies nicht allerorts gewährleistet. Denn selbst wenn geschädigte Fluggäste um die Möglichkeit der Beauftragung eines Dienstleisters zur Durchsetzung ihrer Ansprüche wissen, sind schon fundamentale Unterschiede verschiedener Fluggastportale selten bekannt. Von kleineren und nicht immer auf den ersten Blick zu erkennenden Differenzen ganz zu schweigen. Die wenigen Vergleichsseiten, die einzelne Anbieter gegenüberstellen, taten dies bestenfalls lückenhaft. Die Möglichkeit, die Angebote einzelner Portale nicht abstrakt-generell, sondern auf den individuellen Einzelfall bezogen zu vergleichen, suchte man vergebens. Die Keimzelle des Projekts Qamqam ist beschrieben.

Vom Verbraucher zum Verbraucherportal

Die Idee, ein Verbraucherportal zum einzelfallbezogenen und unabhängigen Vergleich von Entschädigungsangeboten aufzubauen, fiel nicht vom Himmel. Sie ist ein Kind der Not. Anlass, das Portal zu entwickeln, war die Recherche zu einer Entschädigung nach EU-FluggastrechteVO, wie sie viele Passagiere jeden Monat einfordern. Der Geschäftsführer der — heute existenten — Qamqam-Betreibergesellschaft wusste damals immerhin rudimentär davon, dass gleich mehrere Fluggastportale bei der Durchsetzung der Ausgleichsansprüche gegen die Airline helfen. Eine Google-Suche zum Thema förderte daraufhin noch weitere Anbieter zu Tage. Das warf rasch die Frage auf, welches unter ihnen den besten Service bietet. Als Entscheidungshilfe suchte der Qamqam-Gründer deshalb zunächst nach einer profunden Gegenüberstellung. Anfänglich ungläubig, später zunehmend verärgert ging ohne intensive eigene Recherche gar nichts. Eine zentrale Informationsstelle fehlte. So musste viel Zeit auf den Vergleich der einzelnen Anbieter verwendet werden: Provisionshöhe und Dauer bis zur Entschädigung wurden ermittelt, Kundenbewertungen ausgewertet und Geschäftsmodelle analysiert. Schlussendlich wurde ein passender Dienstleister gefunden, aber der Ärger über den letztlich vermeidbaren Aufwand blieb.

All dies sollte anderen Fluggästen möglichst erspart bleiben. So wurde beschlossen, die gewonnenen Einblicke einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen. Die Einrichtung einer Internetplattform schien hierfür besonders geeignet — Qamqam war geboren.

Qamqam heute

Qamqam ist ein Verbraucherportal, das einen einzelfallbezogenen Vergleich von Entschädigungsangeboten nach EU-FluggastrechteVO ermöglicht. Wir erweitern kontinuierlich das Spektrum der Legal Tech Unternehmen, die wir auf unserer Seite vergleichen. Wir sind bemüht, unser Angebot im Verbraucherinteresse weiter auszubauen und stetig zu verbessern. Mittlerweile ermöglichen wir Passagieren, die Entschädigungsdienstleistung acht großer deutscher Portale für spezifische Flüge zu vergleichen. In Zukunft wird die Zahl der berücksichtigten Dienstleister weiter wachsen.

Qamqam Gründer Simon Sturm und Maximilian Wilms

Qamqam Gründer Simon Sturm und Maximilian Wilms

Schon während der Initiierung des Projektes erhielten wir laufend Anfragen zu möglichen Kooperationen. Durch die Nachfrage fühlen wir uns geehrt und sehen uns bestärkt, das Projekt Qamqam voranzutreiben. Allerdings wächst damit auch der Aufwand für Pflege und Weiterentwicklung der Seite. Um Betrieb und Ausbau zu finanzieren, sind wir mittlerweile auf gewisse Einnahmen angewiesen. Mit einigen aufgeführten Dienstleistern sind wir daher Partnerschaften im Rahmen so genannter „Affiliate-Programme“ eingegangen. Das bedeutet, dass einige Fluggastportale über Qamqam generierte Klicks und Leads vergüten. Das bedeutet aber nicht, dass wir Gefälligkeitsartikel schreiben und Lobhudelei betreiben. Wie gelingt uns das? Indem wir immer erst unvoreingenommen prüfen und bewerten und dann erst Kooperationen eingehen. Wir befolgen konsequent diesen Dreischritt:

  1. Auf jedem neuen Feld, auf dem wir Anbieter vergleichen, legen wir zuallererst die Bewertungskriterien fest. Dazu fragen wir uns: Was ist uns und was ist anderen Kunden bei bestimmten Angeboten besonders wichtig? Was gibt den Ausschlag dafür, dass wir einen bestimmten Service weiterempfehlen würden oder nicht?
  2. Anschließend sichten wir die größten Plattformen und schreiben jeweils Vergleichsartikel, indem wir Punkte anhand der vorher definierten Bewertungsmethode vergeben.
  3. Erst danach kommt für uns die Teilnahme an Affiliate-Programmen in Frage. Dadurch wirkt sich die Kooperation mit verglichenen Anbietern nicht auf unsere Bewertungen aus. Im Gegenteil: Wie viele Klicks ein Anbieter dank uns bekommt, richtet sich somit allein danach, inwiefern er uns und unsere Nutzer von vornherein überzeugt.

Qamqam selbst ist und bleibt unabhängig und sieht sich schon aus seiner Gründungsidee heraus zuvorderst dem Verbraucherinteresse verpflichtet. Darüber hinaus glauben wir, dass sich in unserem Fall qualitativ hochwertige neutrale Testberichte und die Teilnahme an Affiliate-Programmen von bewerteten Unternehmen nicht ausschließen, sondern begünstigen. Warum?

  1. Indem wir Einnahmen generieren, können wir neue Testberichte verfassen, vorhandene erweitern und mehr Aufwand in die Pflege der Website investieren. Mehr noch: Wir haben ein Budget, um weitere Verbraucher auf unser Vergleichsportal aufmerksam zu machen und ihnen bei der Auswahl eines geeigneten Dienstleisters für ihr Rechtsproblem zu helfen.
  2. Uns ist bewusst: Verbraucher beherzigen unsere Vergleiche bei der Entscheidung für einen Anbieter nur, wenn wir Unternehmen sachrichtig gegenüberstellen und ehrlich bewerten. Würden wir hier Tatsachen verdrehen und Beurteilungen verzerren, um bestimmte Angebote unverdient in ein gutes oder schlechtes Licht zu rücken, fiele das rasch auf. Die Folge wäre (zurecht) ein sinkendes Interesse an unseren Produktvergleichen. Eine Haus- und Hofberichterstattung erwiese sich für Auftraggeber von Gefälligkeitsartikeln als Boomerang: Denn erst mit unserer kritischen Prüfung erarbeiten wir uns unsere Glaubwürdigkeit und damit unseren Mehrwert für Verbraucher und deren Bereitschaft, ausgehend von unseren Darstellungen den Anbieter ihrer Wahl anzuklicken. Die Teilnahme an Affiliate-Programmen spornt uns also gerade dazu an, dem Informationsbedürfnis von Nutzern mit tatsachengetreuen Berichten und fairen Bewertungen der einzelnen Konkurrenzangebote zu begegnen.