Erfahrung mit Airhelp:
Provisionshöhe, Kundenmeinung, Abläufe

Mehrere tausend Fluggäste haben bereits Erfahrungen mit Airhelp gesammelt. Seit 2013 verhilft das Fluggastportal Reisenden bei Flugunregelmäßigkeiten jeweils zu mehreren 100 Euro Entschädigung. Mit diesem Angebot ist Airhelp jedoch nicht allein. Daher stellt sich die Frage: Ist Airhelp unter den verschiedenen Fluggastportalen der beste Anbieter? Lohnt es sich bei der Durchsetzung einer Flugentschädigung, Airhelp zu beauftragen und den Vorzug vor Mitbewerbern zu geben?

Um den Service und die Konditionen von Airhelp einzuordnen, hat Qamqam das Angebot des Unternehmens in 2019 eingehend untersucht. Dabei wurde auch ausgewertet, welche Erfahrungen andere Fluggäste mit Airhelp gemacht haben.

Die wichtigsten Erkenntnisse fassen wir am Anfang in verkürzter Form zusammen. Alle Details zu Provisionshöhe, Verfahrensdauer, Komfort und Kundenbewertungen finden sich weiter unten im Artikel.

Jetzt Airhelp mit anderen Flugentschädigern vergleichen

Qamqam hat eingehend geprüft,

  1. wie hoch die Provision ausfällt, die Airhelp für seine Leistungen berechnet.
  2. wie lange es dauert, bis Airhelp einen Antrag bestätigt und Kunden die zugesagte Erstattung auszahlt.
  3. wie aufwändig die Nutzung des Services für den Fluggast ist.
  4. welche positiven und negativen Erfahrungen andere Kunden gesammelt haben (Betrachtung öffentlicher Kundenmeinungen).

Airhelp auf dem Prüfstand


Gesamtergebnis

Qamqam Bewertung 3.3

Im Qamqam-Bewertungssystem erzielt Airhelp mit 3,3 von 5 möglichen Sternen eine durchschnittliche Gesamtwertung. Zwar kann das Unternehmen durchaus positive Kundenerfahrungen vorweisen. Im direkten Vergleich bleibt Airhelp jedoch hinsichtlich Erstattungshöhe, Komfort und Auszahlungsdauer hinter der Konkurrenz zurück. Die Ergebnisse unserer Recherche lassen sich wie folgt zusammenfassen. So schneidet Airhelp unter den betrachteten Gesichtspunkten ab:



Um zu veranschaulichen, wie Qamqams Bewertung zustande kommt, widmet sich jeweils ein nachfolgender Teilabschnitt einer der oben genannten Kategorien. Schrittweise bespricht der Beitrag unter diesen Bewertungskriterien den Service von Airhelp. Wer wissen will, wie Airhelp im Verhältnis zu anderen Anbietern abschneidet, erhält weitere Informationen auf dieser Seite.


Zahlungshöhe

Art. 7 Abs. 1 FluggastrechteVO gewährt Flugreisenden für bestimmte Flugunregelmäßigkeiten wie Ausfälle und Verspätungen eine Entschädigung von

  • 250 € auf Kurzstrecken,
  • 400 € auf Mittelstrecken und
  • 600 € auf Langstrecken.

Setzt man solche Forderungen mit Airhelp durch, behält das Unternehmen für seine Dienste zunächst ca. 21% des jeweiligen Nennwertes zzgl. MwSt. als Service-Gebühr. Dem Kunden verbleiben nach Abzug hiervon je nach Fluglänge noch

  • 187,00 € bei Kurzstreckenflügen,
  • 300,00 € bei Mittelstreckenflügen und
  • 450,00 € bei Langstreckenflügen.

Würde sich die Provision von Airhelp allein auf die Service-Gebühr beschränken, überträfe das Unternehmen damit in Sachen Entschädigungshöhe alle übrigen Konkurrenten. Leider bietet Airhelp diese Konditionen nicht in jedem Fall an. Denn häufig berechnet das Unternehmen nicht gleich erkennbare Aufschläge. Zahlt eine Fluggesellschaft ohne Einschaltung eines Anwalts nicht, stellt Airhelp seinen Kunden zusätzlich eine Rechtsweggebühr in Rechnung. Sie wird neben der Servicegebühr von der Entschädigungssumme abgezogen, die dem Fluggast zusteht. Als Rechtsweg gilt das „Einreichen einer Forderung an ein Gericht oder ein staatliches Organ wie z.B. die nationale Durchsetzungsstelle oder die Übergabe der Forderung an einen gesetzlichen Vertreter wie z. B. einen Anwalt oder eine Anwaltskanzlei“ (Siehe hierzu Art. 1.15 der AGB).

Das bedeutet: Schon ein außergerichtliches Aufforderungsschreiben eines Anwaltes nach der Erstaufforderung durch Airhelp und erst recht die Klageerhebung lösen den erweiterten Gebührenanspruch aus. Umgekehrt berechnet das Unternehmen die einfache Service-Gebühr also nur, wenn es lediglich selbst ein einfaches außergerichtliches Aufforderungsschreiben an die Fluggesellschaft schicken muss.

Airhelp gibt keine Auskunft darüber, wie häufig das Unternehmen darüber hinausgehen muss, um die Entschädigungsansprüche seiner Kunden durchzusetzenWenn die Häufigkeit von Gerichtsverfahren zur Rechtsverfolgung aber wie bei den übrigen Anbietern bei 60-80% liegt, kann ein Kunde bereits damit rechnen, dass er sehr wahrscheinlich zusätzlich zur Service-Provision auch die Rechtsweggebühr entrichten muss – und damit mehr als bei den allermeisten anderen Anbietern.

Ab Hinzuziehung eines Anwalts erhält ein Fluggast von Airhelp nämlich nach Durchsetzung lediglich noch die Hälfte der eigentlichen Forderung gegen die Airline, nämlich

  • 124,00 € bei Kurzstreckenflügen,
  • 200,00 € bei Mittelstreckenflügen und
  • 300,00 € bei Langstreckenflügen.

Unterstellt man die Summe aus Service- und Rechtsweggebühr als übliche Provision, fällt Airhelps Entschädigungshöhe deutlich unterdurchschnittlich aus. Da Airhelp keine entsprechenden Informationen zur Verfügung stellt, lässt sich bloß mutmaßen, wie oft der Dienstleister das günstigere Povisionsmodell anbieten kann.

Aber selbst wenn man aber darauf spekuliert, dass im eigenen Fall keine gerichtliche Auseinandersetzung zur Forderungsbeitreibung nötig wird, sollte man bedenken: Die niedrige Provision berechnet Airhelp höchstens in Fällen, in denen eine einfache außergerichtliche Aufforderung der Fluggesellschaft zur Zahlung ausreicht und nicht einmal ein Anwalt nachhaken muss.

In derart günstig gelagerten Fällen könnte man als Flugreisender die Ausgleichszahlung auch selbst vereinnahmen und sich die Provision ganz sparen. In der Realität sind solche Fälle aber eher die Seltenheit (siehe zur Selbstdurchsetzung auch die weiterführenden Erläuterungen hier).

Höhe der Entschädigung von Airhelp im Vergleich

Höhe der Entschädigung von Airhelp im Vergleich

Nicht jede Fluggesellschaft ist bereit, Entschädigungsansprüche bei der ersten Aufforderung zu zahlen. In vielen Fällen lassen es die Fluggesellschaften auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen, ehe sie dem Fluggast eine Entschädigung auszahlen. Davon lebt das Geschäftsmodell der Fluggastportale.

Airhelp beschränkt sich daher entweder auf die Abwicklung leicht verwertbarer Forderungen beschränken oder berechnet häufig — aus wirtschaftlichen Gründen — die höhere Provision. Aus ähnlichen Erwägungen sah sich Anfang 2019 auch EUclaim gezwungen, seine Provisionssätze deutlich anzuheben. Deswegen gehen wir davon aus, dass für die Durchsetzung einer Entschädigungsforderung mit Airhelp in der Mehrzahl der Fälle ein höherer Provisionssatz fällig wird.

Vor diesem Hintergrund kann Airhelp in der Kategorie Entschädigungshöhe lediglich drei von fünf möglichen Sternen erringen. Wenn Sie die Angebote der größten deutschen Fluggastportale für einen ganz bestimmen Flug nebeneinander halten wollen, nutzen Sie gerne unseren Vergleichsrechner.

Auszahlungsdauer

Wer schon einmal Erfahrung mit Airhelp gemacht hat, weiß: Es handelt sich um einen Inkasso-Dienstleister. Das Unternehmen zahlt eine Entschädigung also erst aus, wenn der Anspruch gegen die jeweilige Fluggesellschaft durchgesetzt wurde. Je nach Fall und Airline variiert die Auszahlungsdauer deutlich.

Gelegentlich zeigen sich Fluggesellschaften kooperativ und leisten auf erstes Anfordern. Wenn Airhelp den Betrag zeitnah auszahlt, muss der Kunde in solchen Fällen „nur“ drei bis fünf Wochen auf sein Geld warten.

Wie sich den Bewertungen entnehmen lässt, treten aber mindestens ebenso häufig Fälle auf, in denen ein Anwalt hinzugezogen werden oder ein Gerichtsverfahren gegen die Airline geführt werden muss. Eine außergerichtliche Verfolgung des Anspruchs durch einen Anwalt dauert in der Regel ein bis drei Monate. Sie kann außerdem erst beginnen, wenn Airhelp sie für erforderlich halten muss.

Andernfalls darf Airhelp der Airline nämlich nicht die Anwaltsgebühren in Rechnung stellen, sondern muss sie selbst tragen. Erforderlich ist eine anwaltliche Rechtsdurchsetzung jedoch frühestens, wenn eine Airline einer anfänglichen Zahlungsaufforderung ohne Anwalt nicht nachkommt. Diese Frist muss also erst verstreichen und ggf. noch eine Fristverlängerung, die die Airline zur Bearbeitung erbittet. Wenn ein Anwalt eingeschaltet werden muss, um den Entschädigungsanspruch durchzusetzen, entstehen den Kunden Wartezeiten von zwei bis vier Monaten.

Schließt sich ein Gerichtsverfahren an, dauert es noch länger. Die Verfahrensdauer richtet sich danach, ob die Fluggesellschaft ihren Sitz in Deutschland, im EU-Ausland oder einem Drittstaat hat. Gegen deutsche Airlines können Verfahren auf Deutsch geführt werden; ansonsten muss jeder Schriftsatz übersetzt werden, falls die Fluggesellschaft keinen deutschen Prozessbevollmächtigten bestellt. Erforderliche Übersetzungen kosten zusätzliche Zeit.

Prozesse gegen inländische Airlines dauern typischerweise vier bis zehn Monate. Gegen ausländische Fluggesellschaften können sie sich über Jahre ziehen.

Gemessen am öffentlichen Kundenfeedback dauert die Auszahlung bei Airhelp durchschnittlich drei Monate. Fluggäste, die Wert auf eine schnelle Abwicklung legen, mögen sich fragen: Ist diese Wartezeit marktüblich?

Auszahlungsdauer von Airhelp im Vergleich

Auszahlungsdauer von Airhelp im Vergleich

Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Gerade bei Inkasso-Anbietern hängt die Auszahlungsgeschwindigkeit entscheidend von den konkreten Umständen der einzelnen Flugunregelmäßigkeit und dem Anspruchsgegner ab. Manche Fluggesellschaften verzögern die Erstattung länger als andere.

Grundsätzlich lässt sich aber festhalten: Es gibt diverse Anbieter, die Kunden schneller zur Flugentschädigung verhelfen können. Anders als Inkasso-Unternehmen punkten sogenannte „Sofortentschädiger“ damit, dass sie Entschädigungen binnen weniger Tage an die Fluggäste auszahlen – noch vor  Beginn der Rechtsverfolgung gegen die Fluggesellschaft.

Wie alle anderen Inkasso-Unternehmen erhält Airhelp in der Rubrik Auszahlungsdauer daher nur drei von fünf möglichen Sternen. Welche Fluggastportale zu schnellerer Entschädigung verhelfen, diskutiert dieser Beitrag, der die größten Anbieter im deutschsprachigen Raum gegenüberstellt.

Komfort

Ein zentrales Verkaufsargument für den Service von Airhelp vorweg: Dem Kunden entsteht keinerlei Kostenrisiko. Er braucht für nichts in Vorleistung treten — weder für Airhelps Tätigkeit noch für Anwaltsgebühren oder mögliche Gerichtskosten.

Die Provision Airhelps wird nur im Erfolgsfall fällig – auch die Rechtsweggebühr wird bloß von einem erfolgreich erstrittenen Erstattungsbetrag abgezogen. Der Vollständigkeit halber sei jedoch erwähnt, dass dies für alle Fluggastportale gilt und kein Alleinstellungsmerkmal von Airhelp ist.

Anders als einige Mitbewerber (z.B. EUclaim oder Flightright) scheint das Online-Modul von Airhelp keinen automatisierten Abgleich der Eingaben mit Einträgen in Flugdatenbanken auszuführen. Der Nutzer muss die Flugunregelmäßigkeit ausführlich durch manuelle Eingaben schildern. Das ist nicht nur wenig komfortabel, sondern macht auch eine automatische Plausibilitätsprüfung schon während der Verwendung des Formulars unmöglich.

Es ist zu vermuten, dass die Systematik des Online-Formulars eine anschließende händische Überprüfung der Daten durch Mitarbeiter des Portals erfordert und möglicherweise zu Rückfragen im Nachgang führt. Bis ein Antrag final bestätigt wird, könnte es im Einzelfall also durchaus zu längerer E-Mail-Korrespondenz im Nachgang der Online-Anfrage kommen.

Insgesamt reduziert Airhelp den Kundenaufwand nur geringfügig und verlangt Fluggästen eine umfangreiche Mitwirkung ab. Andere Fluggastportale bieten einen deutlich komfortableren Weg zur Entschädigung.

Nur bei wenigen Mitbewerbern müssen ähnlich viele Rückfragen manuell beantwortet werden. Die Online-Formulare etlicher Konkurrenten sind wesentlich schlanker gestaltet oder vollführen die Prüfung eines Fluges weitergehend automatisch unter Rückgriff auf umfassende Flugdatenbanken wie Flightstats oder Flightradar.

Komfort von Airhelp im Vergleich

Komfort von Airhelp im Vergleich

Als Alleinstellungsmerkmal verfügt Airhelp über eine App, welche die Eingabe der Daten auf mobilen Geräten komfortabler gestalten soll. Da diese App aber zunächst installiert werden muss und auch in der App-Variante mutmaßlich auf die Nutzung einer automatisierten Datenbankabfrage verzichtet wird, erscheint die Applikation nicht wesentlich komfortabler als die Nutzung der Website.

Mithin erzielt Airhelp auch unter dem Aspekt Komfort lediglich drei der möglichen fünf Sterne. Wie sich andere Fluggastportale in dieser Kategorie schlagen, thematisiert im Übrigen folgender Vergleich etablierter deutscher Anbieter.

Kundenbewertungen

Airhelp gibt an, stressfrei und ohne viel Papierkram zur Entschädigung zu verhelfen. Gerne betont man insbesondere die eigene mehrjährige Erfahrung im Bereich der Fluggastentschädigungen. Aber wie zufrieden sind die Kunden?

Auf dem Rezensionsportal Trustpilot erzielt das Unternehmen eine Gesamtbewertung von 9,2 Punkten von 10 (Stand: 30.06.2019). Insgesamt berichten dort ca. 4.000 Kunden über ihre Erfahrung mit Airhelp. Außerdem erhielt das Portal ungefähr 1.500 Rezensionen für die App im Google Play Store. Sie bewerten das Unternehmen im Schnitt mit 4,4 von 5 Sternen (Stand: 30.06.2019).

Überwiegend wirken die Kunden zufrieden mit dem Service von Airhelp. Einige kritische Äußerungen sind dennoch zu vernehmen.

Kundenbewertungen von Airhelp im Vergleich

Kundenbewertungen von Airhelp im Vergleich

Unser hier noch vertiefte Vergleich mit anderen Anbietern zeigt, dass Airhelp bei der Kundenzufriedenheit gegenüber der Konkurrenz eher einen hinteren Rang einnimmt. Andere Fluggastportale erhalten von ihren Kunden noch bessere Bewertungen.

Nachstehend fasst Qamqam zusammen, welches Lob und welche Kritik im Feedback der Kunden von Airhelp hervorsticht:

Gute Erfahrungen

Zunächst erfreut Nutzer die professionelle Abwicklung der Entschädigung. Auch während längerer Wartezeit kommunizierte Airhelp kontinuierlich mit den Kunden und hielt sie durch Zwischenberichte zum Status der Rechtsverfolgung auf dem Laufenden.

Die Zuverlässigkeit des Unternehmens kompensiert in den Augen der meisten Rezensenten auch höhere Provisionssätze. Das Aufwandsersparnis gegenüber der eigenständigen Forderungsdurchsetzung scheint für viele Kunden den Preis des Dienstes zu rechtfertigen. Die Erfahrung mit Airhelp fällt im Gesamtbild häufig sehr positiv aus.

Ganz überwiegend scheint es Airhelp zu gelingen, die anfängliche Einschätzung eines Anspruchs im Online-Formular rasch zu bestätigen und die notwendigen weiteren Schritte zügig einzuleiten.

Lobend erwähnen Kunden weiterhin oftmals, dass Airhelp die Auszahlung nach Verfahrensabschluss in aller Regel umgehend veranlasst. Bisher erhöht sich laut veröffentlichten Meinungen von Kunden ihre Wartezeit nur sehr selten zusätzlich durch etwaige interne Verzögerungen in der Buchhaltung des Unternehmens.

Auch die Hilfsbereitschaft des Portals schätzen Nutzer ausdrücklich wert. Vermehrt findet sich die Bemerkung, bei unklaren Sachverhalten habe Airhelp aktiv dabei unterstützt, die Umstände der konkreten Flugunregelmäßigkeit genau aufzuklären.

Schlechte Erfahrungen

Kritik üben manche Kunden vor allem an den überdurchschnittlich hohen Provisionen von Airhelp. Mit Verweis auf Mitbewerber herrscht teilweise Unverständnis darüber, dass nur verhältnismäßig geringe Entschädigungsbeträge ausgezahlt werden.

Daneben beanstanden einzelne Kunden, dass Airhelp Anträge vorschnell ablehnt, bei denen eine langwierige gerichtliche Durchsetzung droht. Damit handelt sich das Unternehmen den Vorwurf derRosinenpickerei“ ein: Airhelp greife sich vergleichsweise einfach durchzusetzende Fälle heraus, heißt es von Seiten verschiedener Nutzer. Inwieweit diese Kritik zutrifft, kann nicht mit letzter Sicherheit beurteilt werden. Festzustellen ist jedoch, dass sie wiederholt geäußert wird.

Mehrere Kunden berichten weiterhin, dass sie nach einer langen Wartezeit über die Einstellung des Verfahrens aufgrund mangelnder Erfolgsaussichten informiert wurden. Manchen Kundenbewertungen entnimmt man, dass sie darüber erst benachrichtigt wurden, nachdem schon eine Bearbeitungsdauer teilweise fünf Monate und länger verstrichen war.

Über den Inkasso-Service von Airhelp liest man des Weiteren, dass auch einige Nutzer unzufrieden mit der Kommunikation waren. Sie bemängeln die Mitteilungen während des laufenden Verfahrens als unzureichend. Die Antworten des Portals sollen teilweise aus Textbausteinen zusammengesetzt worden sein und waren nicht individuell auf den Kunden zugeschnitten. Demnach misslingt es Airhelp offenbar, die professionelle Kundenbetreuung flächendeckend sicherzustellen, die etwa Flightright und Fairplane mit ihrer längeren Erfahrung im Inkassogeschäft routinierter gewährleisten.

Wie repräsentativ sind die gesichteten Bewertungen?

Es ist davon auszugehen, dass Airhelp seit Gründung vermutlich mehr als zehntausend Entschädigungszahlungen an Kunden geleistet hat. Dies ergibt sich zumindest aus Eigenaussagen. Somit bilden die öffentlichen Bewertungen nur einen kleinen Ausschnitt der Kundenmeinungen ab.

Das wirft die Frage auf, welche Erfahrung mit Airhelp der übrige Teil der Fluggäste gemacht hat. Hierzu fehlen mangels öffentlich zugänglicher Bewertungen konkrete Anhaltspunkte. Richtig dürfte allerdings sein, dass die Betroffenen weder genug Begeisterung noch Frustration verspürten, um sich zu einer öffentlichen Rezension veranlasst zu sehen. Das spricht dafür, dass die allermeisten Nutzer mit dem Service von Airhelp durchschnittlich zufrieden waren.

Vor diesem Hintergrund erhält Airhelp in der Kategorie Kundenbewertungen vier von fünf möglichen Sternen. Wie sich die anderen Dienstleister in dieser Rubrik schlagen, thematisiert dieser Vergleich der größten deutschen Anbieter.

Airhelp oder eine Alternative?

Ist der Anbieter für meinen Fall geeignet?

Eine Entscheidung für oder gegen Airhelp hängt vor allem davon ab, worauf Nutzer individuell Wert legen. Daher ist jedem Fluggast zu empfehlen, die Angebote verschiedener Fluggastportale zu vergleichen, bevor ein bestimmter Dienstleister beauftragt wird.

Es kann sich im Einzelfall durchaus lohnen, einen Blick auf die Mitbewerber von Airhelp zu werfen: Mehrere Konkurrenten verlangen deutlich geringere Provisionen oder zahlen die Entschädigungssumme schneller aus. Qamqam hat ein Prüfungsformular entwickelt, das anhand der Flugdaten für konkrete Verspätungen und Ausfälle individuell prüft, welches Fluggastportal zu welchen Konditionen Entschädigungen anbietet.

Ereignete sich auf einer Ihrer Reise eine erhebliche Flugunregelmäßigkeit? Dann testen Sie gerne unser kostenloses Vergleichsmodul und schauen Sie nach, welcher Anbieter Ihnen zuverlässig zu einer möglichst hohen Ausgleichszahlung verhelfen kann. Ansonsten geht es hier zur Website von Airhelp.

Seitentrenner Vergleich der Fluggastportale

Was steht Fluggästen neben einer Entschädigung zu?

Leider ist nur wenigen Fluggästen bekannt, dass die EU-FluggastrechteVO Airlines auf Flüge aus der und in die EU nicht bloß zu pauschalen Ersatzzahlungen verpflichtet. Tatsächlich müssen die Fluggesellschaften versuchen, die Unannehmlichkeiten geschädigter Fluggäste auch auf anderem Wege zu lindern.

So haben die Airlines zusätzlich für eine Unterbringung in einem Hotel und den entsprechenden Transfer aufzukommen, wenn sich ein Flug bis zum Folgetag verspätet oder gänzlich entfällt. Ein Anspruch auf Verpflegung besteht bereits bei Verspätungen von zwei Stunden. Bei Beschädigung des Gepäcks oder sonstigen quantifizierbaren Schäden infolge einer Flugunregelmäßigkeit ergeben sich aus dem Montrealer Übereinkommen und dem deutschen Schuldrecht eventuell weitere Ersatzansprüche gegen die verantwortliche Fluggesellschaft.

Qamqam hat zusammengetragen, was Geschädigten neben einer Ausgleichszahlung zusteht. Einen Gesamtüberblick zu Fluggastrechten bei Flugverspätung bietet dieser Beitrag. Unter welchen Voraussetzungen ein Passagier bei Ausfall oder Verspätung Anspruch auf Flugentschädigung nach der FluggastrechteVO hat, zeigt außerdem unsere Komplettübersicht zum EU-Recht auf Flugentschädigung.

Weitere Informationen zu Ihren Rechten aus der EU-FluggastrechteVO finden Sie außerdem unter folgenden Adressen:

  • Stiftung Warentest geht in diesem Beitrag der Frage nach, wann Fluggesellschaften zur Ausgleichszahlung verpflichtet sind. Der Beitrag richtet sich vor allem an Fluggäste, die erfahren wollen, wann sich Airlines auf „außergewöhnliche Umstände“ berufen und Entschädigungszahlungen verweigern können.
  • Stiftung Warentest gibt weiter in diesem Beitrag Auskunft, wann sich Geschädigte bei Verspätung ihres Gepäcks auf Kosten der Fluggesellschaft das Notwendigste nachkaufen dürfen.
  • Nähere Informationen zu Fluggastrechten und Ihren Ansprüchen aus der EU-FluggastrechteVO erhalten Sie außerdem auf den Seiten des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA).
  • Der ADAC hat sich ebenfalls mit der Entschädigung von Fluggästen befasst. Dieser Beitrag verschafft einen soliden Gesamtüberblick.
  • Eine umfassende Darstellung des Themenkomplexes „Fluggastrechte“ bietet abschließend der entsprechende Wikipedia-Artikel.