Erfahrung mit Geld für Flug 2021:
Provisionshöhe, Dauer des Verfahrens, Kundenerfahrung

Geld-für-Flug leistet Kunden Sofortauszahlungen für Erstattungsansprüche gegen Airlines wegen Flugstornierungen. Dafür berechnet das Unternehmen eine individuell festgelegte Provision auf die Gesamthöhe der jeweiligen Erstattungsforderung. Aber ist es bei derartig ungewissen Konditionen sinnvoll, im Jahr 2021 noch Geld-für-Flug zu beauftragen? Wir haben das Fluggastportal erneut geprüft und geben Antworten.

Geld-für-Flug hat sich darauf spezialisiert, Erstattungsansprüche bei Flugstornierungen durch den Kunden gegen eine Direktzahlung online abzukaufen und gegen Fluggesellschaften durchzusetzen. Hier liegt ein großer Unterschied zu anderen Fluggastportalen wie Flightright. Anders als Geld-für-Flug verfolgen solche Anbieter für Fluggäste Ansprüche auf pauschale Entschädigungen bei Verspätung oder Stornierung eines Fluges durch die Airline.

Geld-für-Flug kommt also für solche Flugreisenden in Betracht, die eigenständig ihre Buchung stornieren. Das Unternehmen ist jedoch nicht mehr der einzige Dienstleister, der Direktzahlungen zur (anteiligen) Erstattung des Buchungspreises bietet. Dies leistet inzwischen auch das Fluggastportal Ersatz-Pilot. Unter folgendem Link finden Sie deshalb unsere Gegenüberstellung aller Anbieter für Ticketerstattungen bei Flugstornierungen. Verursacht dagegen die Airline eine Planänderung, empfiehlt sich der Blick auf die anderen Portale für Flugentschädigung, die wir an anderer Stelle einem umfassenden Vergleich unterzogen haben.

Nachstehend erläutern wir ausführlich Geld-für-Flugs aktuelle Konditionen und klären, ob sich eine Beauftragung des Unternehmens lohnt. Dabei beantworten wir unter anderem Fragen zur Auszahlungshöhe und -dauer sowie zum Komfort des Service. Zudem fasst der Testbericht umfassend zusammen, wie Kunden die Dienstleistung von Geld-für-Flug bewerten.

Um den Dienst von Geld-für-Flug vorzustellen, schildert der Artikel eingangs kurz das Verfahren des Anbieters zur Erstattung des Buchungspreises nach einer Flugstornierung. Danach erläutert der vorliegende Testbericht,

  1. wie lange es dauert, bis Geld-für-Flug einen Antrag bestätigt und Kunden die Erstattung auszahlt,
  2. welcher Aufwand dem Kunden entsteht,
  3. welche Provision Geld-für-Flug für seine Leistungen verlangt,
  4. was Kunden nach ihrer Erfahrung mit Geld-für-Flug positiv und negativ anmerken (Auswertung veröffentlichter Kundenmeinungen).

Geld für Flug auf dem Prüfstand

Geld-für-Flug auf dem Prüfstand


Gesamtergebnis

Im Qamqam-Bewertungssystem erzielt Geld-für-Flug mit 3,3 von 5 möglichen Sternen eine mittelmäßige Gesamtnote. Insbesondere bei der Erstattungshöhe, der Nutzerfreundlichkeit des Portals und der Kundenzufriedenheit besteht noch Luft nach oben. So verlangt Geld-für-Flug verglichen mit dem Konkurrenten Ersatz-Pilot regelmäßig höhere Gebührensätze und legt seine Konditionen im Einzelfall nicht schon im Online-Formular offen, sondern kommuniziert sie erst nach Antragstellung. Immerhin erzielt das Startup dank Direkterstattungen zumindest eine gute Bewertung unter dem Teilaspekt der Verfahrensdauer.

Die Ergebnisse unserer Recherche lassen sich wie folgt zusammenfassen. So schneidet Geld-für-Flug unter den betrachteten Gesichtspunkten ab:

Höhe der Gebühren

einzelfallabhängig, aber oft 20-30%

Auszahlungsdauer

1-3 Tage

Nutzerfreundlichkeit

hoch

Kundenbewertungen

mittelmäßig

Um die Beurteilung des Anbieters durch Qamqam eingehender zu begründen, widmet sich jeweils einer der folgenden Teilabschnitte des Artikels einer der oben genannten Kategorien. Schritt für Schritt bespricht der Beitrag den Service von Geld-für-Flug.

Ablauf

Seitentrenner Symbol Abläufe

Zur (teilweisen) Erstattung des Ticketpreises einer Flugbuchung nach deren Stornierung gelangt man bei Geld-für-Flug wie folgt: Zuerst liefert man dem Dienstleister unverbindlich und kostenlos über das modernisierte Online-Formular Angaben zur jeweiligen Flugstornierung. Anhand dessen prüft das Portal der RightNow GmbH nach Antragstellung, ob es im Einzelfall ein Angebot unterbreiten kann. Dazu ist es zunächst erforderlich, folgende Buchungsdetails auf Geld-fuer-Flug.de anzugeben:

  • Name der Airline,
  • Buchungsweise (wo der Flug gebucht wurde),
  • Buchungscode,
  • Name des Buchenden,
  • Art des Fluges (Hin-/Rückflug),
  • Flugnummer und -datum,
  • Anzahl der Personen,
  • Rückzahlung von der Airline erhalten (ja/nein).

Diese Eingaben erfordern nur wenige Minuten. Außerdem sollen über das Online-Formular Belege zum stornierten Flug eingereicht werden, zum Beispiel die Buchungsbestätigung. Im Anschluss muss der Kunde außerdem noch seine Kontaktdaten angeben.

Nach Fertigstellung des Online-Antrags mit allen genannten Informationen werden diese zur Prüfung an Geld-für-Flug übermittelt (bzw. an die RightNow GmbH, die das Fluggastportal betreibt). Im Nachgang erhält der Kunde innerhalb weniger Tage per E-Mail eine Rückmeldung mit einem individuellen Angebot für eine Direktzahlung im Gegenzug für seinen Anspruch auf Ticketerstattung.

Um die Durchsetzbarkeit und Rentabilität des Ankaufs einzelner Erstattungsansprüche abzuschätzen, muss Geld-für-Flug jede Anfrage individuell prüfen. Dabei sichtet der Anbieter unter anderem die Konditionen der Buchung und die AGB der jeweiligen Airline. Hiernach bestimmt sich, in welcher Höhe ein Erstattungsanspruch besteht und was Geld-für-Flug somit auszahlen kann.

Zudem berücksichtigt das Unternehmen, in welchem Land die Airline ihren Sitz hat und ob der stornierte Flug in Deutschland oder im Ausland starten und landen sollte. Da außerhalb Deutschlands eine gerichtliche Durchsetzung schwer fällt, beschränkt sich Geld-für-Flug mit seinem Service weitgehend auf Flüge, bei denen der Ort des Abflugs oder der Ankunft oder des Sitzes der Fluggesellschaft einen Gerichtsstand in Deutschland eröffnet.

Kommt das Unternehmen zu einer positiven Einschätzung des Erstattungsanspruchs und der Durchsetzbarkeit, übersendet es dem Nutzer der Plattform rasch nach dessen Antrag das oben bereits erwähnte Angebot für eine Direkterstattung. Dieses kann der stornierende Fluggast binnen 48 Stunden annehmen, indem er auf einen Link klickt und seine Bankdaten für die Überweisung der Auszahlung angibt.

Dadurch schließen der Kunde und das Unternehmen einen Vertrag: Geld-für-Flug kauft dem Nutzer seinen Erstattungsanspruch ab und überweist die vereinbarte Summe binnen 24 Stunden. Der ausgezahlte Betrag liegt natürlich unterhalb des Nennwertes der Forderung gegenüber der Fluggesellschaft. Geld-für-Flug zahlt dem Kunden etwas weniger aus, als er bei selbstständiger Rechtsverfolgung gegenüber der Airline erzielen könnte.

Die Provision berechnet der Dienstleister im Gegenzug dafür, dass der Fluggast seine Erstattungssumme sofort erhält, während Geld-für-Flug die angekaufte Forderung erst auf eigenes Risiko gegenüber der Airline durchsetzen muss.

Der Kunde verzichtet also auf einen Teil des Geldes, erspart sich aber Wartezeit und Mühen bis zur erfolgreichen Durchsetzung des Erstattungsanspruchs. Die Marge des Anbieters dürfte außerdem eine Risikoabschätzung einpreisen: Schließlich könnten sich angekaufte Forderungen im Nachhinein als nicht durchsetzbar erweisen — die Airline könnte zum Beispiel zwischenzeitlich zahlungsunfähig werden.

Kommt eine Erstattungsvereinbarung zustande, überträgt der Nutzer seinen Anspruch an Geld-für-Flug. Im Gegenzug verpflichtet sich der Dienstleister, den vereinbarten Kaufpreis unverzüglich auszuzahlen. In manchen Fällen — zum Beispiel zu Beweiszwecken vor Gericht — muss der Vertragsschluss im Nachgang noch per Unterschrift bestätigt werden.

Damit ist das Prozedere allerdings schon abgeschlossen. Mit der Auszahlung der Erstattungssumme endet das Verfahren für den Kunden.

Anschließend setzt Geld-für-Flug die Forderung eigenständig gegenüber der Airline durch. Der Fluggast behält sein Geld und ist in den weiteren Vorgang nicht mehr involviert.

Zahlungshöhe

Seitenteiler Auszahlungshöhe mit 3 Sternen Grafik

Um nachzuvollziehen, wie viel Geld-für-Flug seinen Kunden auszahlt, muss zunächst geklärt werden, in welcher Höhe bei Flugstornierung überhaupt ein Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises besteht. Dies hängt freilich zu einem gewissen Grad vom konkreten Einzelfall ab, weil je nach gebuchtem Tarif die AGB der Airline Rückerstattungen mehr oder weniger weitgehend ausschließen.

Die gute Nachricht für Fluggäste ist allerdings: Selbst bei Spartarifen und rabattierten Flugtickets ohne besondere Stornierungsoptionen ergibt sich zumindest ein Anspruch auf eine Teilerstattung.

Eine wegweisende Entscheidung hierzu hat unlängst der Bundesgerichtshof gefällt: Das Gericht bestätigte, dass eine Fluggesellschaft jedenfalls Gebühren und Steuern erstatten muss, die bei Nichtbeförderung des Fluggastes eingespart werden (Urteil vom 20. März 2018, Az.: X ZR 25/17).

Zwar ist die Airline berechtigt, einen Erstattungsanspruch in ihren AGB zu begrenzen. Im Buchungspreis enthaltene Teilbeträge für ersparte Steuern und Gebühren darf eine Fluggesellschaft jedoch grundsätzlich nicht einbehalten – so urteilt die deutsche Rechtsprechung.

Die Höhe der möglichen Erstattung pro Ticket ohne Hinzubuchung günstiger Stornierungskonditionen beläuft sich demnach bei Geld-für-Flug auf einen Bruchteil der Buchungskosten – nämlich denjenigen, den die Airline für Steuern und Flughafengebühren einspart, wenn ein Fluggast eine Reise nicht antritt. Hiervon zieht Geld-für-Flug wiederum noch einmal die eigene Provision ab – als Gegenleistung dafür, dass das Unternehmen eine Direktauszahlung leistet.

Welchen Anteil der Erstattungshöhe Geld-für-Flug jeweils einbehält, ist auf der Website nicht ausdrücklich vermerkt. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen verweist der Anbieter auf eine „fallspezifische Festlegung der Provision, die dem individuellen Angebot entnommen werden kann“.

Vermutlich richtet sich die Höhe der Provision maßgeblich nach den Gesamtkosten der Buchung und dem Anteil von Steuern und Gebühren am jeweiligen Ticketpreis: Bei größeren Reisegruppen oder längeren Flügen lohnt sich für Geld-für-Flug ein Abkauf der Erstattungsansprüche schon zu geringeren Provisionsraten.

Beantragt ein Fluggast hingegen nur für sich selbst eine Direktzahlung für die Erstattung eines Kurzstreckenfluges, muss Geld-für-Flug seine Provision vermutlich prozentual höher veranschlagen, um die Forderung rentabel verwerten zu können.

Die übliche Bandbreite der von Geld-für-Flug berechneten Gebühren entspricht nach Angaben von Finanztip etwa 20 bis 30 Prozent des erstattungsfähigen Betrages. Hierbei bleibt jedoch unklar, ob sich die Werte inklusive Umsatzsteuer verstehen oder ob diese noch hinzugerechnet werden muss.

Anhand eines fiktiven Beispiels lässt sich verdeutlichen, wie hoch eine mögliche Erstattung für den Fluggast sein kann: Ein stornierter Hin- und Rückflug auf der Strecke Hamburg – Amsterdam kostete mit der Airline Eurowings im Jahr 2020 für zwei Personen insgesamt 219,96 €. Dabei wurden 70,56 € an Steuern und Gebühren fällig (ca. 32 % des Ticketpreises). Es sei angenommen, dass Geld-für-Flug inklusive Umsatzsteuer 30 % dieses Betrages als Provision einbehält. Dies entspräche den durchschnittlichen Gebührensätzen anderer Fluggastportale zur Durchsetzung von Flugentschädigungsansprüchen bei Verspätung oder Annullierung.

Von solchen Provisionshöhen berichten auch  diverse Kundenbewertungen von Geld-für-Flug. Demnach bekäme der Fluggast ungefähr 49,40 € der ursprünglich gezahlten 219,94 € erstattet (ca. 22 %), also etwa 20 € weniger als bei einer eigenständigen Verfolgung des Anspruchs.

Geld-für-Flug zahlt dem Kunden also im relativen Vergleich eine spürbar geringere Summe, als er bei selbstständiger Rechtsverfolgung gegenüber der Airline erzielen könnte. In absoluten Zahlen sind die Kosten des Services allerdings überschaubar – jedenfalls, wenn man dagegen den überproportionalen Aufwand hält, den man investieren müsste, um die Rückerstattung ohne fremde Hilfe zu veranlassen.

Ursprünglich kam Geld-für-Flug hierbei das Alleinstellungsmerkmal zugute, dass es sich um den einzigen Dienstleister handelte, der Sofortauszahlungen für die Rückforderung des Buchungspreises bei Flugstornierungen leistete. Mittlerweile bieten aber zumindest Myflyright und Ersatz-Pilot einen ähnlichen Online-Ticketerstattungsservice. Ersatz-Pilot behält hierbei durchgehend Gebühren von bloß 17-20% des erstattungsfähigen Betrages, zahlt den Rest ebenso wie Geld-für-Flug direkt aus und ist damit zumindest im Durchschnitt deutlich günstiger.

Da sich die Konditionen des Unternehmens im Vergleich zu denen der Konkurrenz somit im Mittelfeld bewegen, erhält Geld-für-Flug in der Kategorie Auszahlungshöhe immerhin drei von fünf möglichen Sternen.

Auszahlungsdauer

Seitenteiler für die Bewertung der Geschwindigkeit eines Anbieters mit 4 Sternen

Geld-für-Flug wirbt mit dem Versprechen, Erstattungssummen innerhalb von 24 Stunden auszuzahlen. Das setzt natürlich voraus, dass die Ansprüche des Kunden begründet sind und dieser das Angebot des Unternehmens annimmt. Trotzdem stellt sich die Frage: Hält der Anbieter das Versprechen der Direktzahlung ein?

Der Großteil der Kundenberichte jedenfalls scheint die zugesagte Schnelligkeit der Erstattung zu bestätigen: Etliche Nutzer berichten von einer unverzüglichen Bezahlung der zugesagten Preise für Erstattungsansprüche.

Zwar finden sich nach Qamqams Recherche ebenso einige veröffentlichte Erfahrungsberichte, die die Auszahlungsdauer von Geld-für-Flug bemängeln. So liest man wiederholt, dass Angebote zur Ticketerstattung zuweilen erst verzögert unterbreitet werden oder die Auszahlung länger dauert. Dazu kann es beispielsweise kommen, wenn das Unternehmen zuvor zunächst wiederholt Reiseunterlagen abfordert.

Demgegenüber gelingt es nach unserer Kenntnis nur einem Mitbewerber, den Auszahlungsprozess strukturell weiter zu verkürzen. Das Fluggastportal Ersatz-Pilot legt seine Konditionen für die Direkterstattung bereits im Online-Formular offen und nicht erst in einem nachgelagerten Angebot. Dadurch ist es Nutzern möglich, die in Aussicht gestellte Auszahlungshöhe bereits bei Antragstellung zu prüfen und anzunehmen. Dies erhöht unseres Erachtens die Auszahlungsgeschwindigkeit tendenziell noch einmal leicht.

Im Vergleich zu sonstigen Ticketerstattungsservices, etwa von Myflyright, erweist sich Geld-für-Flug hingegen als die zügigere Variante. Denn solche Anbieter verfahren nach dem so genannten Inkasso-Modell. Das bedeutet, dass sie den zugesagten Erstattungsbetrag für einen Buchungspreis erst an einen Kunden überweisen, nachdem sie ihn gegen die jeweilige Fluggesellschaft erfolgreich durchgesetzt haben. Und da etliche Airlines nicht freiwillig zahlen, erfolgt dies häufig erst nach einer mehrmonatigen Rechtsverfolgung.

Ebenso erweist sich Geld-für-Flug als deutlich schnellere Alternative gegenüber der Rückforderung des Buchungspreises auf eigene Faust: Versucht man, bei Flugstornierung seinen Erstattungsanspruch selbstständig durchzusetzen, dauert das Verfahren bis zur Zahlung deutlich länger als bei einer Direkterstattung von Geld-für-Flug gegen Übertragung seines Anspruchs. Sie richtet sich im günstigsten Fall bei einer außergerichtlichen Anforderung nach den Bearbeitungszeiten der Airline.

Zudem verlängert sich die Dauer der Rechtsverfolgung auf eigene Faust häufig, bei Ablehnung einer freiwilligen Zahlung, um einen Gerichtsprozess bis zur Verurteilung der Fluggesellschaft.

Des Weiteren besteht für den Kunden bei eigenständiger Rechtsverfolgung oder Nutzung eines Inkasso-Portals keine Garantie, dass am Ende des Rechtswegs eine Erstattung gewährt wird. Schließlich ist es denkbar, dass die jeweilige Fluggesellschaft zuvor beispielsweise die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragen musste.

Demgegenüber eröffnet Geld-für-Flug einen raschen und zuverlässigen Weg zur Erstattung für eine Flugstornierung, den lediglich das Konkurrenz-Portal Ersatz-Pilot noch geradliniger gestaltet hat. Das Unternehmen Geld-für-Flug verzeichnet in der Kategorie Auszahlungsdauer somit nur geringe Abzüge und erhält vier Sterne von fünf möglichen.

Aufwand

Seitenteiler Komfort mit 3 Sternen Grafik

Geld-für-Flug lässt sich folgendermaßen nutzen: Zunächst füllt der Kunde das Online-Formular aus. Das Portal fragt nur die wesentlichen relevanten Daten zum gewünschten Flug ab, sodass die Bearbeitungszeit in unserem Test ungefähr fünf Minuten betrug. Mit dem Abschicken des Formulars werden die Daten an den Dienstleister übertragen.

Der Fluggast erhält im Nachgang innerhalb weniger Tage per E-Mail ein individuelles Angebot für eine Direktzahlung oder zumindest die Rückmeldung, dass kein solches möglich ist. Laut öffentlichen Kundenmeinungen unterbreitet Geld-für-Flug auf die meisten Anfragen hin einen verbindlichen Vorschlag zum Abkauf der Erstattungsansprüche.

Nach dessen Erhalt entscheidet der Kunde, ob er das Angebot annehmen und mit dem Dienstleister einen Vertrag schließen möchte. Dies kann er dem Anbieter unkompliziert mitteilen, indem er auf einen Link in der E-Mail mit dem Angebot klickt und anschließend noch seine Bankdaten in einem Online-Formular über eine verschlüsselte Verbindung übermittelt. Hiermit hat der Nutzer bereits alle wesentlichen Schritte erledigt und kann sich kurz darauf über eine Auszahlung des Unternehmens freuen.

Regelmäßig erbittet Geld-für-Flug im Nachgang der Annahme eines Antrags zusätzlich noch um einen Scan einer unterschriebenen Vertragsbestätigung. Dieser Nachweis der abgeschlossenen Vereinbarung ist notwendig, damit der Dienstleister den Erstattungsanspruch effektiv verfolgen kann. In der Auseinandersetzung mit der Fluggesellschaft kann es nämlich vor Gericht vorkommen, dass das Unternehmen den Beweis führen muss, dass es der Inhaber der geltend gemachten Forderung geworden ist und diese darum verwerten darf.

Der Aufwand des Nutzers beschränkt sich somit insgesamt im Durchschnitt auf ca. fünfzehn Minuten. Somit bietet Geld-für-Flug seinen Kunden einen bequemen Weg zur Ticketerstattung: Vergleicht man die nötige eigene Mitwirkung mit den Mühen bei selbstständiger Durchsetzung des Erstattungsanspruchs gegenüber der Airline, zeigt sich der beträchtliche Mehrwert des Portals. Schon das erste eigene Aufforderungsschreiben gegenüber der Airline verlangt bedeutend mehr Aufwand – das oftmals nötige Nachhaken und eine gerichtliche Verfolgung der Forderung erst recht.

Umgekehrt gerät das Antragsverfahren aber zumindest beim Online-Portal Ersatz-Pilot noch etwas komfortabler. Durch die transparente Offenlegung der verfügbaren Konditionen schon im Online-Formular müssen diese dem Antragsteller nicht erst nachträglich kommuniziert und von diesem geprüft werden. Ferner sind die Abfragen zum Sachverhalt auf der Webseite von Ersatz-Pilot systematischer gestaltet. Dies erspart spätere Nachfragen durch den Anbieter zu den für die Erstattungsberechtigung relevanten Umständen der Flugstornierung, die sich gegebenenfalls nicht schon aus den hochgeladenen Reiseunterlagen ergeben – beispielsweise dazu, ob der Buchungspreis auf eine vergünstigte Umbuchung angerechnet wurde. Insofern müssen Kunden von Ersatz-Pilot tendenziell seltener mit Rückfragen und Dokumentennachfragen im Nachgang der Antragstellung rechnen. Dies rechtfertigt für uns eine weitere Differenzierung bei der Bepunktung der

In der Kategorie Komfort erhält Geld-für-Flug deshalb die eine mittlere Punktzahl, also drei Sterne von fünf möglichen.

Kundenberichte

Label für die Kundenbewertung mit 3,0 Sternen

Als vergleichsweise junges Portal verfügt Geld-für-Flug noch nicht über mehrere tausend Bewertungen wie Flightright und andere große Legal Tech Dienstleister. Auf dem Bewertungsportal Trustpilot erhielt Geld-für-Flug einen TrustScore von 3,9 von 5 möglichen Sternen. Die Datengrundlage bilden allerdings nur gut 200 Bewertungen (Stand: 29.12.2020). Auf der Rezensions-Website vergaben ca. 80% der Kunden eine gute oder hervorragende Bewertung – über 10% jedoch nur einen Stern. Angesammelt haben sich weiterhin über 100 Bewertungen auf Facebook, Google und dem Bewertungsportal ProvenExpert. In Bewertungen zu den beiden Google-Profilen des Unternehmens Geld für Flug und RightNow GmbH vergeben Rezensenten durchschnittlich mit 3 bis 4 Sterne von fünf möglichen (Stand: 29.12.2020). Insgesamt lässt sich zusammenfassend feststellen, dass die Bewertungen größtenteils positiv ausfallen.

Die Nutzer verleihen häufig fünf von fünf möglichen Bewertungssternen. Auf Zuspruch stößt es offenbar vor allem, dass häufig erst das Einschalten des Anbieters Ticketkäufern zu einer Erstattung verhilft, während eigene Durchsetzungsversuche gegenüber der Airline erfolglos bleiben.

Nur eine Minderheit der Kunden gibt dem Portal mittelmäßige bis schlechte Bewertungen. Moniert werden insbesondere vorschnelle Ablehnungen von Anträgen, mangelhafte und verzögerte Kommunikation und von Anträgen oder sehr geringe Auszahlungsbeträge. Teilweise mögen letztere darauf zurückgehen, dass erstattungsfähige Steuern und Gebühren nur einen Bruchteil des Ticketpreises ausmachen. Teilweise erscheint Nutzern aber auch die hierauf noch einmal erhobene Provision des Anbieters als zu hoch.

Die Unzufriedenheit der abgelehnten Kunden erklärt sich im Übrigen oftmals daraus, dass sie den portaleigenen Slogan nicht als erfüllt ansehen: Auf der Website spricht Geld-für-Flug davon, dass sich der Service für jeden Flug lohnt. Bei Zurückweisungen, zögerlicher Bearbeitung von Anträgen oder zu geringen Erstattungsbeträgen  reagieren die Kunden dementsprechend enttäuscht, weil die Erfahrung den Eindruck erweckt, das Portal löse sein „Versprechen“ doch nicht ein.

Dabei lässt sich freilich nicht beurteilen, ob das Portal Erstattungspotenziale irrtümlich verneint oder zu niedrig eingestuft werden oder ob Forderungen bei bestimmten Stornierungen schlichtweg ausgeschlossen oder nur eingeschränkt durchsetzbar sind – etwa bei Flügen ohne Start und Ziel in Deutschland oder bei bereits insolventen Airlines wie Flybe, Thomas Cook Airlines, Small Planet, Germania oder Air Berlin.

Ein Nutzer bemängelte darüber hinaus die eingeschränkte Erreichbarkeit des Dienstleisters bei der Bearbeitung seines Widerrufs.

Insgesamt verbleibt jedoch der Eindruck, dass die Kunden den Service des Portals überwiegend positiv bewerten. Etliche Nutzer bekunden ihre Freude darüber, dass sie überhaupt eine Erstattung angeboten und vor allem relativ zügig ausgezahlt wird, während eine erfolgreiche eigenständige Durchsetzung gegen die Fluggesellschaften wenig aussichtsreich scheint.

Angesichts der geringen Anzahl an Bewertungen bleibt natürlich das Risiko, dass es sich um selektive Eindrücke handeln könnte, etwa weil der Anbieter eher mutmaßlich zufriedene Kunden ermuntert, eine öffentliche Rezension zu verfassen.

Gegen die Verzerrung des öffentlichen Meinungsbildes sprechen allerdings einige Anhaltspunkte: Zunächst verweist Geld-für-Flug auf der Website nur mit einem neutralen Banner auf verfügbare Kundenbewertungen, ohne dabei den Durchschnitt der Rezensionen anzuzeigen. Wer Zeit und möglicherweise auch Geld in die Steuerung seiner Bewertungen investiert, würde vermutlich bewusster mit solchen für sich werben. Für die Authentizität der Bewertungen spricht außerdem, dass seit Markteintritt beständig Kundenrezensionen ohne erkennbares Muster veröffentlicht wurden.

Das häufigste Lob für eine schnelle Auszahlung und den unkomplizierten Services scheint in Anbetracht der angebotenen Dienstleistung nachvollziehbar. Viele Kunden schätzen die einfache Abwicklung der Erstattung mit kurzfristiger Überweisung. Qamqam sieht darum gegenwärtig keinen Anhaltspunkt, die Glaubwürdigkeit der Kundenbewertungen in Zweifel zu ziehen.

Die Kunden zeigten sich mit dem Service von Geld-für-Flug in den meisten Fällen zufrieden. Die vermehrten negativen Bewertungen führen dennoch zu einem gewissen Punktabzug. Dieser ist angebracht, um den Kritikpunkten zuweilen als zu niedrigen Auszahlunsgbeträgen, etwas missverständlicher Werbeaussagen sowie Kommunikationsschwierigkeiten auf der Webseite Rechnung zu tragen. Solche Abschläge in der Rubrik der Kundenzufriedenheit erscheint auch deswegen angezeigt, weil die Konkurrenzportale Myflyright und Ersatz-Pilot Durchschnittsbewertungen von 4,5/5 bzw. 4,9/5 auf Trustpilot erzielen und das Lob ihrer Nutzer mithin deren Kritik stärker überwiegt.

Geld-für-Flug erhält in der Kategorie Kundenzufriedenheit daher bloß drei Sterne von fünf möglichen.

Geld-für-Flug, eigenständige Durchsetzung oder anderer Anbieter?

Ist der Anbieter für meinen Fall geeignet?

Eine Entscheidung für oder gegen Geld-für-Flug hängt davon ab, worauf ein Kunde bei der Durchsetzung seines Erstattungsanspruchs individuell Wert legt und welche Buchungsklasse er gewählt hat. Wer seinen Flug schon nach Maßgabe seiner Buchungskonditionen flexibel ohne nennenswerte Gebühren stornieren darf, kann darauf vertrauen, dass die Fluggesellschaft sich freiwillig hieran gebunden hält. In solchen Fällen bedarf es nicht des Dienstes von Geld-für-Flug.

Nur bei nicht flexibel umbuchbaren Flugverbindungen fehlt es häufig an der Bereitschaft der Airlines, Steuern und Gebühren zurückzugewähren. Hier spart sich lediglich derjenige sinnvollerweise die Provision eines Fluggastportals, dem es nichts ausmacht, bei einer Flugstornierung die Erstattung für Teile des Ticketpreises über Wochen und Monate und notfalls sogar vor Gericht eigenständig einzufordern. Gefragt sind hierfür jedoch zweifellos Beharrlichkeit und zumindest eine gewisse rechtliche Vorbildung.

Fluggastportale wie Portal Geld-für-Flug bilden für die meisten Betroffenen daher eine vorzugswürdige Alternative zur eigenständigen Rechtsverfolgung. Denn die wenigsten haben ausreichend Zeit und Lust, sich über einen längeren Zeitraum mit der Airline auseinanderzusetzen, um einen Erstattungsanspruch zu verfolgen, der sich meistens auf 30 bis 100 € pro Fluggast beläuft. Überträgt man seinen Anspruch auf anteilige Erstattung des Buchungspreises stattdessen auf Geld-für-Flug oder Ersatz-Pilot, muss man zwar einen Teil des Betrages als Gebühren dem Anbieter überlassen, erlangt den Rest aber sofort und erspart sich gleichzeitig erhebliche Mühen.

Attraktiv ist das Angebot von Geld-für-Flug und Ersatz-Pilot somit gerade für diejenigen, die wegen des unverhältnismäßigen Aufwands eine selbstständige Durchsetzung scheuen. Statt leer auszugehen, gelangen gerade solche Betroffenen dank dem Unternehmen bei Stornierungen zu einer raschen, unkomplizierten Erstattung. Welches Fluggastportal hierbei den Vorzug verdient, müssen Nutzer letztlich individuell nach ihren Präferenzen ermitteln. Eine gewisse Orientierung bietet unsere Gegenüberstellung der Ticketerstattungsservices bei Flugstornierungen.