Erfahrung mit Geld für Flug:
Provisionshöhe, Kundenmeinung, Abläufe

Erfahrung mit Geld für Flug

In der jüngeren Vergangenheit sorgt die RightNow GmbH mit Sitz in Düsseldorf mit ihrem Startup Geld-für-Flug für Aufsehen. Dabei handelt es sich nicht etwa um ein weiteres Fluggastportal wie Flightright, das pauschale Entschädigungen bei Verspätung oder Annullierung eines Fluges durchsetzt. Stattdessen hat sich das Unternehmen darauf spezialisiert, Erstattungsansprüche bei Flugstornierungen gegen eine Direktzahlung online abzukaufen und gegen die Fluggesellschaften durchzusetzen. Geld-für-Flug ist zur Zeit der einzige Dienstleister, der einen solchen Service anbietet.

Das wirft einige Fragen auf: Lohnt es sich, bei Geld-für-Flug eine Direktzahlung einer Ticketerstattung abzüglich einer Provision zu beantragen? Oder ist es unter Umständen lukrativer, die Erstattungsansprüche selbst durchzusetzen? Wie komfortabel gestaltet sich demgegenüber der Service des Startups?

All diesen Fragen geht der vorliegende Artikel nach. Daneben wertet Qamqam Berichte von Kunden aus, die bereits Erfahrung mit dem Anbieter gemacht haben.

Um den Dienst von Geld-für-Flug vorzustellen, schildert der Artikel zunächst kurz das Verfahren des Anbieters zur Erstattung einer Flugbuchung nach Stornierung. Danach erläutert Qamqam,

  1. wie lange es dauert, bis Geld-für-Flug einen Antrag bestätigt und Kunden die Erstattung auszahlt,
  2. welcher Aufwand dem Kunden entsteht,
  3. welche Provision Geld-für-Flug für seine Leistungen verlangt,
  4. was Kunden nach ihrer Erfahrung mit Geld-für-Flug positiv und negativ anmerken (Betrachtung öffentlicher Kundenmeinungen).

Geld für Flug auf dem Prüfstand

Geld-für-Flug auf dem Prüfstand


Gesamtergebnis

Qamqam Bewertung Ersatz-Pilot

Im Qamqam-Bewertungssystem erzielt Geld-für-Flug mit 4,5 von 5 möglichen Sternen eine gute Gesamtwertung. Während bei der Erstattungshöhe und der Kundenzufriedenheit noch etwas Luft nach oben bleibt, erzielt das Startup sehr gute Werte in Sachen Komfort und Auszahlungsdauer. Eine gewisse Unsicherheit bleibt natürlich, weil das Unternehmen in einem absoluten Nischenmarkt tätig ist. Zudem hat sich das Portal bereits kleine Kritik eingefangen. Die Ergebnisse unserer Recherche lassen sich wie folgt zusammenfassen. So schneidet Geld-für-Flug unter den betrachteten Gesichtspunkten ab:

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Geld für Flug auf dem Prüfstand

Um die Beurteilung des Anbieters durch Qamqam eingehender zu begründen, widmet sich jeweils einer der folgenden Teilabschnitte des Artikels einer der oben genannten Kategorien. Schritt für Schritt bespricht der Beitrag den Service von Geld-für-Flug.


Ablauf

Zur (teilweisen) Erstattung des Ticketpreises einer Flugbuchung nach deren Stornierung gelangt man bei Geld-für-Flug wie folgt: Zuerst liefert man dem Dienstleister unverbindlich und kostenlos über das Online-Formular Angaben, anhand derer das Unternehmen prüft, ob es im Einzelfall ein Angebot unterbreiten kann.

Nach der Eingabe aller Daten binnen einiger Minuten werden diese an Geld-für-Flug zur Prüfung übermittelt. Über das Online-Formular können außerdem Belege zum stornierten Flug eingereicht werden, zum Beispiel die Buchungsunterlagen. Im Nachgang erhält der Kunde innerhalb weniger Tage per E-Mail eine Rückmeldung mit einem individuellen Angebot.

Um Durchsetzbarkeit und Rentabilität des Ankaufs einzelner Erstattungsansprüche abzuschätzen, muss Geld-für-Flug jede Anfrage individuell prüfen. Dabei sichtet der Anbieter unter anderem die Konditionen der Buchung und die AGB der jeweiligen Airline. Hiernach bestimmt sich, in welcher Höhe ein Erstattungsanspruch besteht und was Geld-für-Flug somit auszahlen kann.

Zudem berücksichtigt das Unternehmen, in welchem Land die Airline ihren Sitz hat und ob der stornierte Flug in Deutschland oder im Ausland starten und landen sollte. Da außerhalb Deutschlands eine gerichtliche Durchsetzung schwer fällt, beschränkt sich Geld-für-Flug mit seinem Service weitgehend auf Flüge, die über den Ort des Abflugs oder der Ankunft oder des Sitzes der Fluggesellschaft einen Gerichtsstand in Deutschland eröffnen.

Kommt das Unternehmen zu einer positiven Einschätzung des Erstattungsanspruchs und der Durchsetzbarkeit, übersendet es dem Nutzer der Plattform rasch nach dessen Antrag ein Angebot. Dieses kann der stornierende Fluggast binnen 48 Stunden annehmen, indem er auf einen Link klickt und seine Bankdaten für die Überweisung der Direktzahlung angibt.

Dadurch schließen der Kunde und das Unternehmen einen Vertrag: Geld-für-Flug kauft dem Nutzer seinen Erstattungsanspruch ab und zahlt ihm die vereinbarte Summe binnen 24 Stunden aus. Der ausgezahlte Betrag liegt natürlich unterhalb des Nennwertes der Forderung gegenüber der Fluggesellschaft. Geld-für-Flug zahlt dem Kunden etwas weniger aus, als er bei selbstständiger Rechtsverfolgung gegenüber der Airline erzielen könnte.

Die Provision berechnet der Dienstleister im Gegenzug dafür, dass der Fluggast seine Erstattungssumme sofort erhält, während Geld-für-Flug die angekaufte Forderung erst auf eigenes Risiko gegenüber der Airline durchsetzen muss.

Der Kunde verzichtet also auf einen Teil des Geldes, erspart sich aber Wartezeit und Mühen bis zur erfolgreichen Durchsetzung des Erstattungsanspruchs. Die Marge des Anbieters dürfte außerdem eine Risikoabschätzung einpreisen: Schließlich könnten sich angekaufte Forderungen im Nachhinein als nicht durchsetzbar erweisen — die Airline könnte zum Beispiel zwischenzeitlich zahlungsunfähig werden.

Kommt eine Erstattungsvereinbarung zustande, überträgt der Nutzer seinen Anspruch an Geld-für-Flug. Im Gegenzug verpflichtet sich der Dienstleister, den vereinbarten Kaufpreis unverzüglich auszuzahlen. In manchen Fällen — zum Beispiel zu Beweiszwecken vor Gericht — muss der Vertragsschluss im Nachgang noch per Unterschrift bestätigt werden.

Damit ist das Prozedere allerdings schon abgeschlossen. Mit der Auszahlung der Erstattungssumme endet das Verfahren für den Kunden.

Anschließend setzt Geld-für-Flug die Forderung eigenständig gegenüber der Airline durch. Der Fluggast behält sein Geld und ist in den weiteren Vorgang nicht mehr involviert.

Zahlungshöhe

Um nachzuvollziehen, wie viel Geld-für-Flug seinen Kunden auszahlt, muss zunächst geklärt werden, in welcher Höhe bei Flugstornierung überhaupt ein Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises besteht. Dies hängt freilich zu einem gewissen Grad vom konkreten Einzelfall ab, weil je nach gebuchtem Tarif die AGB der Airline Rückerstattungen mehr oder weniger weitgehend ausschließen.

Die gute Nachricht für Fluggäste ist allerdings: Selbst bei Spartarifen und rabattierten Flugtickets ohne besondere Stornierungsoptionen ergibt sich zumindest ein Anspruch auf eine Teilerstattung.

Ein wegweisendes Urteil hierzu hat unlängst der Bundesgerichtshof gefällt: Es entschied am März 2018 , dass eine Fluggesellschaft jedenfalls Gebühren und Steuern erstatten muss, die bei Nichtbeförderung des Fluggastes eingespart werden (Urt. v. 20. März 2018, Az.: X ZR 25/17).

Im Übrigen ist die Airline zwar berechtigt, einen Erstattungsanspruch in ihren AGB zu kürzen. Ganz ausschließen, so die höchstrichterliche Ansicht, darf eine Fluggesellschaft das Recht auf Erstattung aber keinesfalls.

Die Höhe der möglichen Erstattung pro Ticket ohne Hinzubuchung günstiger Stornierungskonditionen beläuft sich demnach bei Geld-für-Flug auf einen Bruchteil der Buchungskosten – nämlich demjenigen, den die Airline für Steuern und Flughafengebühren einspart, wenn ein Fluggast eine Reise nicht antritt. Hiervon zieht Geld-für-Flug wiederum noch einmal die eigene Provision ab – als Gegenleistung dafür, dass das Unternehmen eine Direktauszahlung leistet.

Welchen Anteil der Erstattungshöhe Geld-für-Flug jeweils einbehält, ist auf der Website nicht ausdrücklich vermerkt. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen verweist der Anbieter auf eine „fallspezifische Festlegung der Provision, die dem individuellen Angebot entnommen werden kann“. Vermutlich richtet sich die Höhe der Provision maßgeblich nach den Gesamtkosten der Buchung und dem Anteil von Steuern und Gebühren am jeweiligen Ticketpreis: Bei größeren Reisegruppen oder längeren Flügen lohnt sich für Geld-für-Flug ein Abkauf der Erstattungsansprüche schon zu geringeren Provisionsraten.

Beantragt ein Fluggast hingegen nur für sich selbst eine Direktzahlung für die Erstattung eines Kurzstreckenfluges, muss Geld-für-Flug seine Provision vermutlich prozentual höher veranschlagen, um die Forderung rentabel verwerten zu können.

Anhand eines fiktiven Beispiels lässt sich verdeutlichen, wie hoch eine mögliche Erstattung für den Fluggast sein kann: Ein Hin- und Rückflug auf der Strecke Hamburg – Amsterdam kostete mit der Airline Eurowings im Jahr 2018 insgesamt 109,98 €. Dabei wurden 35,28 € an Steuern und Gebühren fällig (ca. 32 % des Ticketpreises). Es sei angenommen, dass Geld-für-Flug 30 % dieses Betrages als Provision einbehält — dies entspräche der durchschnittlichen Gebührensätze der Fluggastportale zur Durchsetzung von Flugentschädigungsansprüchen bei Verspätung oder Annullierung.

Von solchen Provisionshöhen berichten auch Kundenbewertungen von Geld-für-Flug. Demnach bekäme der Fluggast ungefähr 24,70 € der ursprünglich gezahlten 109,98 € erstattet (ca. 22 %), also etwa 10 € weniger als bei einer eigenständigen Verfolgung des Anspruchs.

Geld-für-Flug zahlt dem Kunden also im relativen Vergleich eine spürbar geringere Summe, als er bei selbstständiger Rechtsverfolgung gegenüber der Airline erzielen könnte. In absoluten Zahlen sind die Kosten des Services allerdings überschaubar – jedenfalls, wenn man dagegen den überproportionalen Aufwand hält, den man investieren müsste, um die Rückerstattung ohne fremde Hilfe zu veranlassen.

Da die Erfolgschancen des Fluggastes bei eigenständigem Vorgehen zudem deutlich geringer sind, erhält Geld-für-Flug in der Kategorie Auszahlungshöhe immerhin vier von fünf möglichen Sternen.

Auszahlungsdauer

Geld-für-Flug wirbt mit dem Versprechen, Erstattungssummen innerhalb von 24 Stunden auszuzahlen. Das setzt natürlich voraus, dass die Ansprüche des Kunden begründet sind und dieser das Angebot des Unternehmens annimmt. Trotzdem stellt sich die Frage: Hält der Anbieter das Versprechen der Direktzahlung ein?

Der Großteil der Kundenberichte jedenfalls scheint die zugesagte Schnelligkeit der Erstattung zu bestätigen: Etliche Nutzer berichten von einer unverzüglichen Bezahlung der zugesagten Preise für Erstattungsansprüche. Nach Qamqams Recherche finden sich demgegenüber keine Erfahrungsberichte, die die Auszahlungsdauer bemängeln.

Mangels Konkurrenz lässt sich der Service von Geld-für-Flug nicht mit dem Angebot anderer Dienstleister vergleichen, denen die Auszahlung eventuell noch schneller gelingt. Möglich bleibt jedoch die Gegenüberstellung mit dem Vorgehen auf eigene Faust:

Versucht jemand, bei einer Flugstornierung seinen Erstattungsanspruch selbstständig durchzusetzen, ist die Verfahrensdauer deutlich höher als bei einer Direktzahlung von Geld-für-Flug gegen Übertragung seines Anspruchs. Sie richtet sich im günstigsten Fall bei einer außergerichtlichen Anforderung nach den Bearbeitungszeiten der Airline.

Zudem verlängert sich die Dauer der Rechtsverfolgung auf eigene Faust häufig, bei Ablehnung einer freiwilligen Zahlung, um einen Gerichtsprozess bis zur Verurteilung der Fluggesellschaft.

Des Weiteren besteht für den Kunden bei eigenständiger Rechtsverfolgung keine Garantie, dass am Ende des Rechtswegs eine Erstattung gewährt wird. Schließlich ist es denkbar, dass die jeweilige Fluggesellschaft zuvor beispielsweise die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragen musste.

Demgegenüber eröffnet Geld-für-Flug einen raschen und zuverlässigen Weg zur Erstattung für eine Flugstornierung. Das Unternehmen erhält deshalb in der Kategorie Auszahlungsdauer volle fünf Sterne.

Aufwand

Geld-für-Flug lässt sich folgendermaßen nutzen: Zunächst füllt der Kunde das Online-Formular aus. Das Portal fragt nur die wesentlichen relevanten Daten zum gewünschten Flug ab, sodass die Bearbeitungszeit in unserem Test ungefähr fünf Minuten betrug. Mit dem Abschicken des Formulars werden die Daten an den Dienstleister übertragen.

Der Fluggast erhält im Nachgang innerhalb weniger Tage per E-Mail eine Rückmeldung mit einem individuellen Angebot für eine Direktzahlung. Laut öffentlichen Kundenmeinungen unterbreitet Geld-für-Flug auf die meisten Anfragen hin einen Vorschlag zum Abkauf der Erstattungsansprüche.

Der Kunde entscheidet nun, ob er das Angebot annehmen und mit dem Dienstleister einen Vertrag schließen möchte. Dies kann er dem Anbieter unkompliziert mitteilen, indem er auf einen Link in der E-Mail mit dem Angebot klickt und anschließend noch seine Bankdaten in einem Online-Formular über eine verschlüsselte Verbindung übermittelt. Hiermit hat der Nutzer bereits alle wesentlichen Schritte erledigt und kann sich kurz darauf über eine Auszahlung des Unternehmens freuen.

Teilweise erbittet Geld-für-Flug im Nachgang der Annahme eines Antrags zusätzlich noch um einen Scan einer unterschriebenen Vertragsbestätigung. Dieser Nachweis der abgeschlossenen Vereinbarung ist notwendig, damit der Dienstleister den Erstattungsanspruch effektiv verfolgen kann. In der Auseinandersetzung mit der Fluggesellschaft kann es nämlich vor Gericht vorkommen, dass das Unternehmen den Beweis führen muss, dass es der Inhaber der geltend gemachten Forderung geworden ist und diese darum verwerten darf.

Der Aufwand des Nutzers beschränkt sich somit insgesamt im Durchschnitt auf ca. zehn Minuten. Somit bietet Geld-für-Flug seinen Kunden den bisher bequemsten Weg zur Ticketerstattung: Vergleicht man die nötige eigene Mitwirkung mit den Mühen bei selbstständiger Durchsetzung des Erstattungsanspruchs gegenüber der Airline, zeigt sich der beträchtliche Mehrwert des Portals. Schon das erste eigene Aufforderungsschreiben gegenüber der Airline verlangt bedeutend mehr Aufwand – das oftmals nötige Nachhaken und eine gerichtlich Verfolgung der Forderung erst recht.

In der Kategorie Komfort erhält Geld-für-Flug deshalb die volle Punktzahl, also fünf Sterne von fünf möglichen.

Kundenberichte

Als vergleichsweise junges Portal verfügt Geld-für-Flug noch nicht über mehrere tausend Bewertungen wie andere große Legal Tech Dienstleister wie Flightright. Angesammelt haben sich bisher aber immerhin ca. 160 Bewertungen auf Facebook, Google und den Bewertungsportalen Trustpilot sowie ProvenExpert (Stand: 02.06.2019). Dabei lässt sich zusammenfassend feststellen, dass die Bewertungen größtenteils positiv sind.

Die Nutzer verleihen zumeist fünf von fünf möglichen Bewertungssternen. Auf Zuspruch stößt es offenbar vor allem, dass häufig erst das Einschalten des Anbieters Ticketkäufern zu einer Erstattung verhilft, während eigene Durchsetzungsversuche gegenüber der Airline erfolglos bleiben.

Nur wenige Kunden mit abgelehnten Anträgen oder Kunden, welche die Auszahlungshöhe als zu niedrig einstufen, geben dem Portal mittelmäßige bis schlechte Bewertungen. Die Unzufriedenheit der abgelehnten Kunden erklärt sich oftmals daraus, dass sie den portaleigenen Slogan nicht als erfüllt ansehen: Auf der Website spricht Geld-für-Flug davon, dass sich der Service für jeden Flug lohnt. Bei der Ablehnung eines Antrags reagieren die Kunden dementsprechend enttäuscht, weil die Erfahrung den Eindruck erweckt, das Portal löse sein „Versprechen“ doch nicht ein.

Dabei lässt sich freilich nicht beurteilen, ob das Portal Erstattungspotenziale irrtümlich verneint oder ob solche bei bestimmten Stornierungen schlichtweg ausgeschlossen oder undurchsetzbar sind – etwa bei Flügen ohne Start und Ziel in Deutschland oder bei bereits insolventen Airlines wie Small Planet, Germania oder Air Berlin.

Ein Nutzer bemängelte darüber hinaus die eingeschränkte Erreichbarkeit des Dienstleisters bei der Bearbeitung seines Widerrufs. Insgesamt verbleibt jedoch der Eindruck, dass die Kunden mit dem Service des Portals ganz überwiegend zufrieden sind. Angesichts der kleinen Anzahl an Bewertungen bleibt natürlich das Risiko, dass es sich um selektive Eindrücke handeln könnte, etwa weil der Anbieter eher mutmaßlich zufriedene Kunden ermuntert, eine öffentliche Rezension zu verfassen.

Gegen die Verzerrung des öffentlichen Meinungsbildes sprechen allerdings einige Anhaltspunkte: Zunächst verweist Geld-für-Flug auf der Website nur mit einem neutralen Banner auf verfügbare Kundenbewertungen, ohne dabei den Durchschnitt der Rezensionen anzuzeigen. Wer Zeit und möglicherweise auch Geld in die Steuerung seiner Bewertungen investiert, würde vermutlich bewusster mit solchen für sich werben.

Für die Authentizität der Bewertungen spricht außerdem, dass seit Markteintritt beständig Kundenrezensionen ohne erkennbares Muster veröffentlicht wurden.

Das häufigste Lob für eine schnelle Auszahlung und den unkomplizierten Services scheint in Anbetracht der angebotenen Dienstleistung nachvollziehbar. Viele Kunden schätzen die einfache Abwicklung der Erstattung mit kurzfristiger Überweisung. Qamqam sieht darum gegenwärtig keinen Anhaltspunkt, die Glaubwürdigkeit der Kundenbewertungen in Zweifel zu ziehen.

Die Kunden zeigten sich mit dem Service von Geld-für-Flug in den meisten Fällen sehr zufrieden. Die wenigen negativen Bewertungen führen dennoch zu einem geringfügigen Punktabzug, um den Kritikpunkten zuweilen als zu hoch empfundener Provisionen und etwas missverständlicher Werbeaussagen auf der Webseite Rechnung zu tragen.

Geld-für-Flug erhält in der Kategorie Kundenzufriedenheit damit vier Sterne von fünf möglichen.

Geld-für-Flug, eigenständige Durchsetzung oder Verzicht auf die Erstattung?

Ist der Anbieter für meinen Fall geeignet?

Eine Entscheidung für oder gegen Geld-für-Flug hängt davon ab, wie die Präferenzen des Kunden geordnet sind: Wem es nichts ausmacht, bei einer Flugstornierung die Erstattung für Teile des Ticketpreises über Wochen und Monate und notfalls sogar vor Gericht eigenständig einzufordern, spart sich in diesem Fall die Provision des Anbieters. Gefragt sind hierfür jedoch zweifellos Beharrlichkeit und zumindest eine gewisse rechtliche Vorbildung.

Für die meisten Betroffenen bietet das Portal Geld-für-Flug daher eine vorzugswürdige Alternative zur eigenständigen Durchsetzung. Denn die wenigsten haben ausreichend Zeit und Lust, sich über einen längeren Zeitraum mit der Airline auseinanderzusetzen, um einen Erstattungsanspruch in Höhe von zumeist 30-50 € pro Fluggast zu verfolgen. Überträgt man die Forderung stattdessen auf Geld-für-Flug, muss man zwar provisionsbedingt einen Teil des Betrages dem Anbieter überlassen, erlangt den Rest aber sofort und erspart sich gleichzeitig erhebliche Mühen.

Attraktiv ist das Angebot von Geld-für-Flug somit gerade für diejenigen, die wegen des unverhältnismäßigen Aufwands eine selbstständige Durchsetzung scheuen. Statt leer auszugehen, gelangen gerade solche Betroffenen dank dem Unternehmen bei Stornierungen zu einer raschen, unkomplizierten Erstattung.