Flugentschädigung: Wer zahlt
Hier vergleichen!

Fluggastportale 2019: ein Vergleich lohnt!

Mittlerweile verhelfen etliche Fluggastportale Reisenden unkompliziert zu einer Entschädigung nach der EU-FluggastrechteVO, wenn sich ihr Flug verzögert oder ausfällt. Bei Annullierung, über dreistündiger Flugverspätung oder verpasstem Anschlussflug kommen Fluggäste dadurch leichter denn je an eine Ersatzzahlung für entstandene Unannehmlichkeiten. Doch wann genau besteht Anspruch auf Entschädigung? Welche Fluggastportale verlangen die geringste Provision für ihren Dienst? Welche ermöglichen eine besonders schnelle Entschädigung? Nicht alle Dienstleister bieten geschädigten Fluggästen dasselbe: Einige Portale zahlen Entschädigungen schneller aus, andere verlangen eine niedrigere Provision für ihren Service. Qamqam bringt Übersicht in das vielfältige Angebot der Fluggastentschädiger.

Entschädigung

je nach Flug & Anbieter bis zu

450 €

Zahlungsdauer

bei manchen Anbietern nur

1-3 Tage

Aufwand

bei manchen Anbietern unter

10 Min.

Die größten deutschen Fluggastportale im Überblick

Es gibt natürlich unzählige Kriterien, anhand derer man Fluggastentschädiger vergleichen kann. Wer sich als betroffener Fluggast zwischen den verschiedenen Dienstleistern entscheiden möchte, berücksichtigt zumeist folgende Auswahlkriterien:

  1. Wie schnell komme ich zu meiner Entschädigung?
  2. Welcher Aufwand entsteht mir dabei?
  3. Wie viel Entschädigung verbleibt mir nach Abzug der Provision des Dienstleisters?
  4. Welche Erfahrungen haben andere Fluggäste mit dem Anbieter gemacht? Was sagen die Kundenbewertungen?

Entsprechend prüft Qamqam laufend die Angebote der größten deutschsprachigen Fluggastportale Compensation2GoErsatz-PilotEUclaim, EUflight, Fairplane, Flightright, Flug-Verspaetet.de und Wir kaufen deinen Flug. Wir gleichen laufend die Konditionen all dieser Unternehmen ab und ermitteln anhand dessen ihre spezifische Stärken und Schwächen. Die zusammengetragenen Daten sollen Flugreisende dabei unterstützen, einen passenden Dienstleister auszuwählen. Geprüft und gegenübergestellt hat Qamqam die Angebote der größten deutschen Fluggastentschädiger mit Blick auf Entschädigungshöhe und ProvisionDauer bis zur EntschädigungAufwand des Fluggastes sowie Kundenbewertung und Erfahrung.

In jeder Untersuchungskategorie wurde die Leistung der Unternehmen einzeln bewertet und mit maximal fünf Sternen prämiert. Die Maximalpunktzahl erhielt jeweils der Anbieter, der unter einem Gesichtspunkt relativ am besten abschnitt. Das war je nach Kategorie derjenige, der am wenigsten Provision verlangte, am schnellsten auszahlte, dem Kunden am wenigsten Aufwand bereitete oder bei Kunden laut öffentlichen Bewertungen am beliebtesten war. Je weiter die Eckdaten der Mitbewerber hinter dem Spitzenergebnis eines Konkurrenten zurückblieben, desto geringer fiel ansonsten die verliehene Punktzahl aus. Wo die Konditionen der Konkurrenten sich nur sehr geringfügig unterschieden, erhielten sie dieselbe Punktzahl.

Die Gesamtbewertung im Qamqam-System ergibt sich jeweils aus dem Durchschnitt der vier Einzelwertungen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt — Stand: 31. Januar 2019 — erzielen die größten deutschen Fluggastportale folgende Gesamtwertungen:

Größere Fluggastportale im Qamqam-Bewertungssystem

Um zu erklären, wie die Gesamtbewertungen zustande kommen, widmet sich jeweils ein Folgeabschnitt den oben genannten Untersuchungskategorien näher. Schritt für Schritt zeichnet dieser Beitrag nach, welche Einzelaspekte Qamqam zu dieser oder jener Punktvergabe veranlasst haben. Vorab seien die Eckdaten der Angebote verschiedener Fluggastentschädiger schon einmal bündig gegenübergestellt (Stand: 31.01.2019):

Konditionen der Fluggastportale in tabellarischer Übersicht
Konditionen von Ersatz-Pilot in der Übersicht
Konditionen von EUclaim in der Übersicht
Konditionen von EUFlight in der Übersicht
Konditionen von Fairplane in der Übersicht
Konditionen von Flightright in der Übersicht
Konditionen von Flug-Verspaetet.de in der Übersicht
Konditionen von Wir kaufen deinen Flug in der Übersicht

Ausführliche Gegenüberstellungen der verschiedenen Fluggastportale in den einzelnen Kategorien finden sich in den nachstehenden Sektionen.


Was sind Fluggastportale und warum gibt es sie?

Was sind Fluggastportale?

Fluggastportale übernehmen für Flugreisende die Durchsetzung Ihrer Entschädigungsansprüche gegen ihre Fluggesellschaft, wenn sich ein Flug verspätet oder gestrichen wird. Automatisierte Abfragen auf den Websites der Fluggastportale überprüfen dabei, ob für bestimmte Flüge voraussichtlich eine Entschädigungsberechtigung besteht. Erhält der Kunde eine Auszahlung, behalten Fluggastportale hierfür eine Provision ein; gelingt eine Rechtsverfolgung nicht, entstehen dem Nutzer keine Kosten.

Dieses Kostenrisiko trägt ein Fluggast bei Durchsetzungsversuchen auf eigene Faust demgegenüber selbst. Gebühren für einen Anwalt und ein Gerichtsverfahren hat er persönlich auszulegen und kann sie der Gegenseite im Falle des Unterliegens nicht aufbürden. Umgekehrt entlasten Fluggastportale Nutzer nicht bloß vom Kostenrisiko, sondern auch vom Aufwand und der Lästigkeit eines Rechtsstreits. Wer hingegen auf die Hilfe eines Fluggastportals verzichtet, muss durchaus mit einem gewissen Papierkrieg rechnen. Denn häufig zahlen Airlines Reisenden eine Entschädigung nicht freiwillig. Daher lohnt sich die Selbstdurchsetzung nur selten — wie wir bereits an anderer Stelle ausführlich erläutert haben. 

Um Fluggastrechte zuverlässig und komfortabel durchzusetzen, empfiehlt es sich für Reisende also meist, sich an eines der hier verglichenen Fluggastportale wenden. Wann eine Flugverspätung oder ein Flugausfall konkret zur Entschädigung berechtigt, lässt sich deshalb am schnellsten und leichtesten mithilfe eines Online-Formulars prüfen. Jeder Anbieter stellt ein solches unverbindlich und kostenlos bereit. Man muss einen Fluggastrechte-Dienstleister also nicht beauftragen, um zu erfahren, ob er im individuellen Fall einen Entschädigungsanspruch erkennt. Wie komfortabel die zur Verfügung gestellten Online-Formulare der unterschiedlichen Fluggastportale sind, thematisieren wir unter „Aufwand des Fluggastes“.

So arbeiten Fluggastportale

Alle Portale bieten geschädigten Fluggästen an, ihre Ansprüche aus der FluggastrechteVO gegenüber den Fluggesellschaften durchzusetzen. Das ist deswegen nützlich, weil sich Airlines sehr häufig weigern, freiwillig die geschuldete Ausgleichsleistung zu zahlen. Wer dagegen auf ein Fluggastportal zurückgreift, erlangt die ihm zustehende Entschädigung von bis zu 600 € abzüglich einer Provision, ohne sich selbst um die Durchsetzung kümmern zu müssen.

So arbeiten Fluggastportale

Trotz dieser ähnlichen Funktionsweise hören hier die Gemeinsamkeiten der Fluggastportale aber schon auf. Die verschiedenen Online-Anbieter zahlen Entschädigungen unterschiedlich zügig aus, berechnen für ihre Dienste unterschiedlich hohe Kosten und verlangen von Fluggästen unterschiedlich viel Mithilfe bei der Durchsetzung ihrer Fluggastrechte. Wie sollen Flugreisende hier den Überblick behalten? Qamqam hat die Angebote gegenübergestellt und hilft Ihnen, den für Sie besten Anbieter zu finden.

Auszahlungshöhe

Entschädigungshöhe der größten Deutschen Fluggastportale im Vergleich

Eins vorab: Sämtliche uns bekannten Fluggastportale erbringen ihren Dienst erfolgsunabhängig. Das heißt: Keines der verglichenen Portale berechnet Fluggästen irgendwelche Gebühren, solange der Fluggast nicht auch seine Entschädigung erlangt. Vorschüsse muss der Nutzer nicht leisten. Stattdessen verrechnen alle Anbieter ihre Provision mit der Ausgleichszahlung an den Kunden. Spannend ist aber die Frage: Was bleibt dem Nutzer jeweils unterm Strich?

Vergleich der Entschädigungshöhe der Fluggastportale

Vergleich der Entschädigungshöhe der größten Deutschen Fluggastportale

In der Tendenz stellt man fest, dass Inkasso-Dienste wie EUclaim von Fluggästen eine niedrigere Provision verlangen als Sofortentschädiger. Fluggastportale wie Wir kaufen deinen Flug behalten inkl. Mehrwertsteuer über 40% des Forderungsbetrags ein. Von der gesetzlichen Entschädigungshöhe bei Langstreckenflügen (600 €) bleiben dem Kunden unterm Strich also lediglich ~ 350 €.

Dass Sofortentschädiger tendenziell höhere Abstriche ansetzen als Inkasso-Portale erklärt sich daraus, dass Sofortentschädiger in Vorleistung treten. Sie müssen deshalb in ihren Gebühren das Ausfallrisiko einpreisen, das sich zum Beispiel mit der Insolvenz von Air Berlin, Germania oder Small Planet Airlines verwirklicht hat. Bei Inkasso-Portalen verbleibt dieses Risiko beim Kunden: Ein beauftragtes Unternehmen wie Flightright bricht hier schlichtweg die Durchsetzung ab und der Kunde geht leer aus. Inkasso-Unternehmen drohen hier deshalb außer dem Aufwand für die abzubrechende Rechtsverfolgung keine Kosten, sodass sie ihre Provision grundsätzlich enger zirkeln können.

Ein Anbieter trotzt dem Gefälle zwischen Inkassounternehmen und Sofortentschädigern jedoch. Der vergleichsweise junge Dienstleister Ersatz-Pilot bietet seit 2017 Direktzahlungen zu Konditionen an, die mit denen getesteter Inkasso-Unternehmen weitestgehend vergleichbar sind. Beispielsweise zahlt der Sofortentschädiger bei Flugunregelmäßigkeiten auf Langstreckenflügen 426-450 € aus. Das ist in den meisten Fällen mehr, als beispielsweise der weitaus bekanntere Inkasso-Dienst Flightright vorsieht. Auf Kurz- und Mittelstrecken hingegen übertreffen Inkasso-Portale wie EUclaim den Sofortentschädiger Ersatz-PilotEUclaim und Co. zahlen bei Verzögerungen auf kürzeren Flügen pro Person ca. 10-20 € mehr.

Zögert sich die Durchsetzung hinaus, überlässt EUclaim Kunden gemäß Ziffer 3.4 der AGB außerdem abzüglich der Provision auch etwaige Verzugszinsen. Dauert die Durchsetzung wie im Regelfall nur einige Monate beschränkt sich der Wert auf wenige Euros; im Falle eines einjährigen Verfahrens fallen bei Durchsetzung einer Forderung von 400 € immerhin ca. 16 € Zinsen an, die EUclaim nach eigener Aussage vollständig an den Kunden weitergibt. Fairplane und Flug-Verspaetet.de gehen mit etwaigen Verzugszinsen ähnlich um; Flightright behält sie hingegen für sich (siehe Ziffer 3.1 der AGB). Bei Sofortentschädigern stellt sich die Frage nach dem Umgang mit Verzugszinsen nicht, da die Auszahlung ja immer unverzüglich nach Beantragung stattfindet.

Da kein einzelnes Unternehmen auf allen Flugstrecken die meiste Entschädigung zahlt und die geringste Provision verlangt, erringt in der Rubrik Entschädigungshöhe zurzeit kein Unternehmen gegenüber den anderen eindeutig die Spitzenposition. Volle fünf Sterne werden daher vorerst keinem Anbieter verliehen, um deutlich zu machen, dass für viele an der einen oder anderen Stelle noch etwas Luft nach oben besteht.

Die Portale EUclaim, Ersatz-PilotFairplaneFlightright, und Flug-Verspaetet.de beziehen immerhin jeweils vier Sterne von fünf. Aufgrund über 40-prozentiger Provisionen inkl. Mwst. erhalten Compensation2GoEUflight und Wir kaufen deinen Flug dagegen in Sachen Entschädigungshöhe jeweils nur drei Sterne.

Verfahrensdauer

Auszahlungsdauer der größten Deutschen Fluggastportale im Vergleich

Ein erheblicher Klassenunterschied zwischen den verschiedenen Anbietern besteht bei der Wartezeit ihrer Nutzer bis zur Auszahlung der Entschädigung. Man differenziert hier zwischen so genannten Inkasso-Dienstleistern und Sofortentschädigern.

Inkasso-Dienstleister wie FlightrightEUclaim und Fairplane zahlen erst aus, wenn sie die Entschädigungsforderung eines Fluggastes erfolgreich durchgesetzt haben. Gelingt die Durchsetzung außergerichtlich, dauert es bis zur Entschädigung gemessen am Kundenfeedback einige Wochen bzw. etwa einen Monat. Des Öfteren weigert sich eine Airline aber, ohne Beanstandungen zu zahlen. Dann sind mindestens einige Monate Geduld gefragt, bis ein Gericht die Fluggesellschaft zur Zahlung verurteilt. Ist eine Klage im Ausland erforderlich oder das zuständige Amtsgericht überlastet, verzögert sich die Verfahrensdauer mitunter sogar auf über ein Jahr.

Sofortentschädiger wie Ersatz-Pilot und EUFlight punkten mit Schnelligkeit. Sie gewähren Fluggästen direkt nach erfolgreicher Online-Prüfung einer Entschädigungsberechtigung die Auszahlung gegen Abtretung des Anspruchs. Damit gehen sie gewissermaßen in Vorleistung und tragen das Risiko, dass sich der Anspruch des Nutzers am Ende doch nicht durchsetzen lässt — so wie etwa gegen die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin. Behalten kann der Fluggast die unverzüglich gewährte Entschädigung so oder so. Wer Wert auf eine prompte Abwicklung und Auszahlung legt, dem kommen somit vor allem die Sofortentschädiger entgegen.

Vergleich der Auszahlungsdauer der Fluggastportale

Vergleich der Auszahlungsdauer der größten deutschen Fluggastportale

Entsprechend erhalten die Sofortentschädiger Compensation2GoErsatz-Pilot,  EUflight und Wir kaufen deinen Flug in der Kategorie „Dauer bis zur Entschädigung“ volle fünf Sterne. Schneller geht die Auszahlung eines Kunden nämlich kaum. Die Inkasso-Dienste EUclaim, Fairplane, Flightright und Flug-Verspaetet.de verbuchen dagegen nur drei von fünf möglichen Sternen.

Interessante Zusatzinformationen

Übrigens: Mit der Auszahlungsdauer geht noch ein weiterer wichtiger Aspekt einher, nämlich die Auszahlungsgewissheit. Sagt ein Sofortentschädiger eine Zahlung zu, weiß der Kunde, dass sie in wenigen Tagen auf seinem Konto eingeht. Wenn dagegen ein Inkasso-Dienstleister eine Entschädigungsberechtigung als wahrscheinlich einstuft, bedeutet das noch nicht zwangsläufig bares Geld.

Es verbleibt zunächst das Restrisiko, dass die Durchsetzung des Anspruchs ganz oder teilweise scheitert. Das kommt zwar nur in der Minderzahl der Fälle vor. So verweisen die entsprechenden Inkasso-Portale darauf, in 97%-99% aller Streitigkeiten vor Gericht zu obsiegen.

Allerdings bedeutet das umgekehrt eben auch, dass in etwa jedem 50. Gerichtsverfahren die Verurteilung der Airline zu einer Zahlung misslingt. Hier gehen die Nutzer eines Inkasso-Dienstleisters leer aus, während sie bei einem Sofortentschädiger die Auszahlung behalten dürfen. Ebenso verhält es sich, wenn ein Fluggastportal nach Vertragsschluss schon vor der gerichtlichen Durchsetzung feststellt, dass die Rechtsverfolgung aussichtslos ist, etwa wegen der Insolvenz der Airline.

Apropos Insolvenz: Bei Fairplane und Flightright ergibt sich noch aus anderer Richtung ein Insolvenzrisiko. Da sich die Anbieter für die Dauer des Verfahrens die durchzusetzenden Ansprüche der Kunden übertragen lassen (so genannte Inkasso-Zession), werden sie im Falle der Zahlungsunfähigkeit der Unternehmen selbst ihrer Insolvenzmasse zugerechnet. Zwar handelt es sich hierbei eher um eine abstrakte Gefahr, da die besagten Fluggastportale ausweislich der veröffentlichten Bilanzen der letzten Jahre durchgehend schwarze Zahlen schreiben. Berücksichtigen sollte man bei der konkreten Auswahl eines Anbieters dennoch, dass eine Inkasso-Zession im Fall der Insolvenz während des Verfahrens dazu führen kann, dass man seinen Anspruch an die Insolvenzmasse verliert.

Aufwand

Komfort der größten Deutschen Fluggastportale im Vergleich

Grundsätzliches

Im Prinzip brauchen alle Fluggastportale dieselben Angaben zu einem Flug, um mögliche Ansprüche zu prüfen und Fluggästen zu einer Entschädigung zu verhelfen. Die Entschädigungsberechtigung richtet sich nämlich immer nach der gleichen Rechtsordnung mit den gleichen Rechtsvoraussetzungen. Die nötigen Angaben zur Fallerfassung muss naturgemäß der Fluggast liefern — ihm ist die Flugunregelmäßigkeit schließlich widerfahren, die potentiell zur Entschädigung berechtigt.

Daher ist auf den ersten Blick zu vermuten, dass der Mitwirkungsaufwand des Fluggastes bei allen Anbietern ähnlich hoch ist. Tatsächlich aber variiert der Mitwirkungsaufwand in Abhängigkeit davon, wie ausgefeilt die Webformulare sind, die der Dienstleister zur Fallerfassung nutzt. Fragt ein Fluggastportal weniger Angaben über ein Online-Formular ab, kann der Fluggast den Meldevorgang schneller abschließen.

Leider macht es die Prüfung eines konkreten Entschädigungsanspruches dann häufig erforderlich, bestimmte Daten — trotz Vorkontrolle im Online-Formular — telefonisch oder per E-Mail manuell zu erfassen. Ob ein Fluggastportal eine besonders komfortable Dienstleistung erbringt, ist also wesentlich danach zu bemessen, wie stark das eingesetzte Webformular den tatsächlichen Mitwirkungsaufwand des Fluggastes reduzieren kann. Hier zeigen sich durchaus gewisse Unterschiede:

Vergleich des Komforts der Fluggastportale

Vergleich des Komforts der größten Deutschen Fluggastportale

Besonders systematisch scheinen vor allem die Online-Formulare von Flightright (Inkasso-Dienst) und Ersatz-Pilot (Sofortentschädiger) die Angaben geschädigter Fluggäste abzufragen. Entsprechend nimmt der Abfrageprozess hier etwas mehr Zeit in Anspruch. Dafür sind im Regelfall am seltensten Rückfragen im Nachgang der Online-Prüfung zu erwarten. Das liegt auch daran, dass sich gleichzeitig ein starker Rückgriff auf externe Datenbanken feststellen lässt, der vielfach manuelle Eingaben des Nutzers ersetzt. Mit dem Absenden des Online-Formulars hat der Nutzer meistens schon alles Nötige getan.

Bei anderen Anbietern wie Flug-verspaetet.de (Inkasso-Dienst) und Compensation2Go (Sofortentschädiger) nimmt der Online-Abfrageprozess weniger Zeit in Anspruch. Bestimmte Angaben sind hier von der Online-Prüfung ausgespart. Dazu ein Beispiel: Compensation2Go und Wir kaufen deinen Flug erfragen online — soweit ersichtlich — nur Start- und Zielflughafen, nicht aber die Flugnummer. Auf Strecken, an denen täglich zwischen Start und Ziel mehr als ein Flug verkehrt, gestatten diese Informationen allein leider noch keine eindeutige Identifikation des betroffenen Fluges. Dies ist nur mit einer bestimmten Flugnummer möglich, die gesondert erfasst werden muss. In etlichen Fällen können solche Lücken im Zuge der Durchsetzung von Fluggastrechten nur durch die Rückfrage beim Geschädigten geschlossen werden.

Dem Kunden kann hieraus ein Mehraufwand entstehen: Die Rückfragen des Dienstleisters nehmen häufig mehr Zeit in Anspruch, als es das „Ankreuzen“ einer weiteren Checkbox im Online-Formular getan hätte. Eine Zwischenstufe in Sachen Komfort leistet das Prüfungssystem auf der Plattform von EUclaim. Etliche Werte zu einem Vorfall ermittelt der Anbieter bereits per Abfrage auf externen Datenbanken. So kann der Mechanismus beispielsweise erkennen, dass wegen eines Streiks oder eines schweren Unwetters ein Entschädigungsanspruch ausgeschlossen ist. Vermutlich gelingt dies durch den Abgleich mit den Zahlen der sonstigen Flugunregelmäßigkeiten an den Orten von Start und Ziel und auf der Flugroute. Wo sich Ausfälle und Verzögerungen häufen, deutet dies meist zuverlässig auf Fälle höherer Gewalt hin und verkürzt die Prüfung. In diesem Punkt zieht EUclaim gleich mit den Online-Formularen von Flightright und Ersatz-Pilot.

Allerdings besteht noch nicht automatisch überall dort ein Anspruch, wo sich eine hinreichende Verzögerung feststellen und höhere Gewalt ausschließen lässt. So muss der Fluggast beispielsweise für die spätere (gerichtliche) Auseinandersetzung mit der Airline Reiseunterlagen hochladen. Dies ist bei der Erstanfrage auf der Plattform von EUclaim nicht direkt möglich (Stand: 31.01.2019).

Das Gleiche gilt für personenbezogene Umstände zum Fall, etwa das rechtzeitige Erscheinen am Flughafen oder eine Alternativbeförderung, über die keine allgemeine Flugdatenbank Auskunft geben kann, sondern nur die Person des Reisenden. Hier prüfen systematisch, soweit erkennbar, nur Flightright und Ersatz-Pilot schon im ersten Durchgang alle Gesichtspunkte. Entsprechend erhalten die Fluggastportale Flightright und Ersatz-Pilot in der Kategorie „Aufwand des Fluggastes“ volle fünf Sterne.

Komfortabler scheint bisher kein Fluggastportal den Weg zu gestalten, den ein Fluggast gehen muss, um eine Ersatzzahlung zu beanspruchen. Die Dienstleister EUclaim, EUflight, Fairplane und Flug-Verspaetet.de bleiben leicht dahinter zurück und werden mit jeweils vier Sternen prämiert. Im direkten Vergleich scheint die Entschädigung über Compensation2Go und Wir kaufen deinen Flug mit einem höheren Aufwand für den Fluggast verbunden. Sie erhalten in der Kategorie„Aufwand des Fluggastes“ jeweils drei von fünf möglichen Sternen.

Interessante Zusatzinformationen

Zu erwarten sind mögliche Rückfragen im Übrigen tendenziell eher bei den Inkasso-Diensten. Ergeben sich während des Rechtsstreits mit der Airline nämlich Rückfragen, muss sich der Fluggast ausführlich äußern. Andernfalls gefährdet er den Erfolg des Verfahrens und damit seiner Auszahlung. Bei Inkasso-Diensten wie Flightright erfolgt eine Auszahlung an den Fluggast schließlich erst am Ende der Auseinandersetzung mit der Fluggesellschaft, teilweise also erst nach deren Verurteilung.

Deshalb sind auf Bewertungsportalen hin und wieder Berichte von Kunden der Inkasso-Dienstleister zu finden, von denen im Zuge der Rechtsverfolgung verschiedene Erläuterungen und Unterlagen nachgefordert wurden.

Gesetzlich erforderlicher Extra-Aufwand bei EUclaim & Co.

Zu bedenken ist noch ein weiterer Aspekt, der das Verfahren bei EUclaim und einigen anderen Inkasso-Portalen mitunter zwangsläufig aufwändiger gestaltet. Verbleibt die Forderung beim Fluggast und soll das Unternehmen sie nur durchsetzen, tritt bei einem möglichen Gerichtsverfahren auch der Kunde selbst als Kläger auf. Natürlich übernimmt der Anbieter in diesem Fall die Verfahrenskosten. Den Anwalt bevollmächtigt hingegen naturgemäß der Kläger, also der Fluggast, sofern er Inhaber seiner Fluggastrechte bleibt. Für die Anwaltsvollmacht verlangt § 80 S. 1 ZPO Schriftform.

Das bedeutet: Spätestens wenn ein Gerichtsverfahren zur Beitreibung der Entschädigung nötig wird, muss der Kunde eines Inkasso-Dienstes wie EUclaim händisch einen Vollmachtsvordruck unterschreiben und postalisch verschicken. Aus diesem rechtlichen Umstand folgt, dass es überhaupt nur mithilfe einer Abtretung durchgehend möglich ist, den Aufwand des Kunden weitgehend auf das Ausfüllen des Online-Formulars zu beschränken. Hier ist der Kunde nämlich nicht Partei eines Gerichtsverfahrens; das entbindet ihn noch weitgehender von der Befassung mit der Rechtsverfolgung als bei der bloßen Beauftragung eines Rechtsanwalts, bei der der Fluggast unverändert als Kläger auftritt.

Somit punkten an dieser Stelle vor allem Sofortentschädiger wie EUflight und Ersatz-Pilot. Dadurch dass sie gegen eine Direktzahlung die Forderung übernehmen, bekommt hier der Fluggast von einem etwaigen Gerichtsverfahren nichts mit, da in diesem die Fluggastportale selbst die Rolle des Klägers übernehmen. Einen ähnlichen Vorteil nutzen auf Seiten der Inkasso-Portale, soweit ersichtlich, nur Fairplane und Flightright. Sie bedienen sich einer so genannten Inkasso-Zession und lassen sich Forderungen für die Dauer eines Rechtsstreits abtreten. Grundsätzlich hat eine Abtretungslösung auch den Vorzug, dass eine Abtretung auch ohne besondere Form wirksam zustande kommt. Ganz ohne Förmlichkeit geht es in der Praxis allerdings doch nicht. Schließlich erfordert die Durchsetzung in aller Regel eine vom Kunden unterschriebene Bestätigung der Abtretung zu Beweiszwecken vor Gericht. Vom entsprechenden Zusatzaufwand kann unseres Wissens deshalb kein Anbieter seine Kunden entbinden.

Kundenerfahrung

Kundenerfahrung der größten Deutschen Fluggastportale im Vergleich

Allgemeines

Bei den Kundenbewertungen erzielen alle Fluggastportale Spitzenergebnisse. Gemessen an den Erfahrungsberichten halten sämtliche Anbieter Wort und können den allermeisten Nutzern helfen. Besonders gute Bewertungen sichern sich dabei vor allem Sofortentschädiger. Ausweislich ihres Feedbacks scheint diesen Dienstleistern besonders zugut zu kommen, dass sie Entschädigungen prompt auszahlen und Geschädigten Wartezeiten ersparen.

Unter den Inkasso-Portalen stechen mit Blick auf das Kundenurteil vor allem zwei Anbieter hervor. Ihnen gelingt es aus Sicht der Nutzer am besten, die höhere Wartezeit mit vorbildlich freundlichem und transparentem Service während der Zeit zu kompensieren, die die Durchsetzung der Forderungen in Anspruch nimmt.

Vergleich der Kundenzufriedenheit mit den Fluggastportalen

Vergleich der Kundenzufriedenheit der größten deutschen Fluggastportale

Umgekehrt spiegeln gerade die Bewertungen von Inkasso-Dienstleistern wider, dass sich dort gelegentlich das Verfahren zur Durchsetzung einer Forderung hinauszögert und damit auch die Auszahlung. Manche Kunden bemängeln außerdem, dass ihre Fälle anfänglich als aussichtsreich bewertet werden, später die Rechtsverfolgung aber abgebrochen wird, weil bei der Durchsetzung Schwierigkeiten auftreten.

Da Sofortentschädiger zu diesem Zeitpunkt bereits eine Zahlung an Kunden geleistet haben, erfahren sie im Vergleich an dieser Stelle keine Kritik. Zwar liegt es in der Natur des Geschäftsmodells der Inkasso-Unternehmen, dass Kunden nach Beauftragung bis zur erfolgreichen Durchsetzung ein Restrisiko verbleibt. Kosten tragen sie zwar dank der Fluggastportale in keinem Fall. Ob sie tatsächlich eine Entschädigung erlangen, hängt allerdings weiterhin davon ab, ob Flightright & Co. Verfahren abbrechen oder verlieren.

Selten, aber überaus strapaziös sind ferner Prozesse gegen die Airlines, die vor Gericht bis in die Berufung führen oder sogar verloren gehen. An den Selbstaussagen und dem Kundenfeedback von EUclaim und den anderen Inkassodiensten kann man ablesen, dass in ca. 97-99% der Gerichtsverfahren Fluggastrechte erfolgreich durchgesetzt werden können. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass etwa jede fünfzigste Klage abgewiesen wird.

Hinzu kommen Fälle, in denen ein Inkasso-Dienstleister bereits bei der außergerichtlichen Durchsetzung der Fluggastforderung feststellt, dass die Rechtsverfolgung wider Erwarten aussichtslos ist. Dann verliert der Dienstleister zwar keinen Prozess, beendet die Rechtsstreitigkeit aber dennoch vorzeitig ohne Ergebnis. Der Aufwand des Kunden mit der Beauftragung des Fluggastportals erweist sich hier als vergeblich. Dass sich dieses Risiko der erfolglosen Auseinandersetzung mit der Airline manchmal verwirklicht, fließt bei Inkasso-Diensten natürlich anteilig in die Erfahrungsberichte ein.

Sofortentschädiger ernten an diesem Punkt hingegen keine Kritik ihrer Nutzer. Eine Mehrleistung der Sofortentschädiger scheint auch aus Sicht ihrer Kunden gerade darin zu bestehen, dass sie Fluggästen die Gefahr einer erfolglosen Durchsetzung abnehmen und direkt ausbezahlen.

Vor diesem Hintergrund verdienen sich die Portale Ersatz-PilotEUflight, EUclaim, Ersatz-Pilot und Flug-Verspaetet.de in der Kategorie „Kundenbewertung und Erfahrung“ die vollen fünf Sternen. Sehr zufrieden scheinen Fluggäste auch mit den Dienstleistungen von Compensation2GoFairplaneFlightright und Wir kaufen deinen Flug zu sein, die jeweils vier von fünf möglichen Sternen erhalten. Dies gilt übrigens, soweit uns bekannt, auch für die sonstigen Fluggastportale, die auf dem deutschen Markt aktiv sind. Lediglich mit dem Service von refund.me scheinen einige Kunden nicht vollständig zufrieden. Entsprechend bringt es das Portal in der Kategorie „Kundenbewertung und Erfahrung“ nur zu zwei von fünf möglichen Sternen.

Besondere Kritikpunkte

Neben solchen eher strukturellen Vorzügen und Nachteilen der Fluggastportale ergeben sich aus den Bewertungen und Erfahrungsberichten der Kunden darüber hinaus noch eine Reihe konkreter Kritikpunkte gegenüber bestimmten Anbietern. Aufschluss hierüber gibt ein Blick auf die einzelnen Reviews auf Trustpilot und anderen Bewertungsplattformen.

Dauer bei Inkasso-Fluggastportalen

Kunden werfen Inkasso-Unternehmen und insbesondere Flightright gelegentlich vor, sie würden nur zaghaft Klagen anstrengen, stattdessen nur routinemäßig an Forderungen erinnern und der Airline dadurch kulanzweise mehrere Monate Zeit zur Bearbeitung der Ansprüche lassen.

Welchen Grund diese zögerliche Vorgehensweise hat, lässt sich nicht abschließend klären. Vielfach begründet die reine Arbeitsökonomie eine kulante Rechtsverfolgung. Denn solange erfahrungsgemäß zumindest in einem Teil der Fälle eine außergerichtliche Zahlung erfolgt, lohnt es sich für Inkasso-Unternehmen, diese abzuwarten. Direkt die gerichtliche Durchsetzung anzustrengen, hieße nämlich oftmals, unnötigerweise den ungleich aufwendigeren Weg zu wählen — und zwar ohne, dass Kunden hiervon profitieren. Denn ein angerufenes Gericht fällt sein Urteil erfahrungsgemäß frühestens nach drei Monaten; höchstens bei einem vorherigen Anerkenntnis der Gegenseite kann es zügiger gehen, aber auch nicht gravierend schneller.

Zahlt die Fluggesellschaft in der Zwischenzeit freiwillig, erhält auch der Fluggast seine Auszahlung im Vergleich schneller, als wenn ein Verfahren angestrengt worden wäre. Ärgerlich ist das Zuwarten natürlich für all solche Kunden, bei denen eine außergerichtliche Klärung ausbleibt. Hier addiert sich das vergebliche Zuwarten zur ohnehin anfallenden Dauer eines Gerichtsverfahrens.

Fest steht allerdings auch: Für Inkasso-Unternehmen sind Verfahrensverzögerungen weniger unangenehm als für Fluggäste, die auf ihre Entschädigung warten. Das dürfte zumindest für Unternehmen gelten, die Verzugszinsen einbehalten und nicht an ihre Kunden weitergeben. Je länger sich eine Entschädigung hinauszögert, desto höhere Verzugskosten können nämlich abgerechnet werden. Bei Sofortentschädigern stellt sich die Frage nach dem Umgang mit Verzugszinsen nicht: Die Auszahlung des Kunden erfolgt schließlich unverzüglich nach der Beantragung.

Flüge mit Start und Ziel außerhalb Deutschlands bei Sofortentschädigern

Kleinere und jüngere Fluggastportale sind in der Regel noch keine Kooperationen mit Partnerkanzleien im EU-Ausland eingegangen. Solche braucht es allerdings, um Fluggastrechte auch dann durchzusetzen, wenn weder der Start- noch der Zielflughafen in Deutschland liegt und ein deutscher Gerichtsstand damit ausscheidet. Gerade bei Sofortentschädigern sind deshalb Direktzahlungen nur dort zuverlässig möglich, wo ein entschädigungsberechtigter Flug in Deutschland startete oder landete.

Der Entschädigungsrechner von Ersatz-Pilot zeigt immerhin direkt zu Beginn einer Prüfung an, ob für eine bestimmte Flugverbindung eine Entschädigung ausscheidet. Bei anderen Sofortentschädigern wie EUflight und Compensation2Go sortiert dagegen nicht schon die Online-Prüfung lückenlos Fälle aus, die nicht bearbeitet werden können. Dies führt bei Kunden zuweilen zu Ernüchterung, weil sie das Formular letztlich umsonst vollständig ausfüllen.

Welches ist das beste Fluggastportal?

Dieses Fluggastportal oder jenes?

Qamqam verzichtet an dieser Stelle bewusst auf eine klare Empfehlung. Die zusammengetragenen Daten sollen Fluggäste vielmehr in die Lage versetzen, selbstständig einen passenden Dienstleister auszuwählen. Natürlich gelten die oben wiedergegebenen allgemeinen Eckdaten der Angebote der Fluggastportale nicht pauschal für jeden Fall.

Daher hat Qamqam ein Prüfungsformular entwickelt, das anhand der Flugdaten für konkrete Verspätungen und Ausfälle individuell prüft, welches Fluggastportal zu welchen Konditionen Entschädigungen anbietet. Kam es auf Ihrem Flug zu Unregelmäßigkeiten? Dann nutzen Sie das kostenlose Vergleichsmodul gerne, um nachzuschauen, welcher Anbieter Ihnen am besten zu einer Ausgleichszahlung verhelfen kann.

Was steht Fluggästen neben einer Entschädigung zu?

Was Fluggästen neben Entschädigung zustehen kann

Den wenigsten Fluggästen ist bekannt, dass die EU-FluggastrechteVO nicht bloß zu Ersatzzahlungen berechtigt. Tatsächlich sind die Airlines verpflichtet, die Unannehmlichkeiten geschädigter Fluggäste auch auf anderem Wege zu lindern.

So muss die Airline zusätzlich für die Unterbringung in einem Hotel und den Transfer aufkommen, wenn ein Flug ausfällt oder sich bis zum Folgetag verspätet. Ein Anspruch auf Verpflegung besteht schon bei einer Verspätung von zwei Stunden.

Ihr Gepäck ging verloren oder es sind sonstige bezifferbare Schäden entstanden? Auch für diese Fälle normieren das Montrealer Übereinkommen und das deutsche Schuldrecht möglicherweise Ansprüche gegenüber der Airline. Qamqam hat zusammengetragen, was Geschädigten neben einer Ausgleichszahlung zusteht. Einen Gesamtüberblick zu Ihren Rechten bei Flugverspätung bietet dieser Beitrag.

Unter welchen Voraussetzungen ein Passagier bei Ausfall oder Verspätung Anspruch auf Flugentschädigung nach der FluggastrechteVO hat, zeigt diese Komplettübersicht zum europäischen Recht auf Flugentschädigung.

Außerdem hat der Bundesgerichtshof am 20. März 2018 (Urt. v. 20. März 2018, Az.: X ZR 25/17) entschieden, dass eine Fluggesellschaft Gebühren und Steuern erstatten muss, die bei Nichtbeförderung des Fluggastes eingespart werden. Ganz gleich also, warum Sie Ihren Flug nicht angetreten haben: Sie können zumindest die anteilige Erstattung des gezahlten Flugpreises verlangen.

In der jüngeren Vergangenheit sorgte die RightNow GmbH mit Sitz in Düsseldorf mit ihrem Startup Geld-für-Flug für Aufsehen. Das Legal Tech-Unternehmen hat sich auf die Durchsetzung von Erstattungsansprüchen bei Flugstornierungen spezialisiert. Wir haben den Service von Geld-für-Flug für Sie getestet — hier geht es zum Bericht Erfahrung mit Geld-für-Flug.

Sonstige Anbieter

In der Branche der Flugentschädigung gibt es neben den großen Fluggastportalen auch weitere Anbieter, für die Qamqam keinen ausführlichen Testbericht angefertigt hat. Der nachfolgende Abschnitt stellt sie näher vor und bewertet sie hinsichtlich ihrer Seriösität sowie dazu, ob sie sich als Alternativen zu den etablierteren Anbietern für Kunden lohnen. Beurteilt werden neben der Höhe ihrer Entschädigungssummen unter anderem auch der Eindruck der Website und Anzeichen auf die vorhandene IT-Infrastruktur, da von dieser maßgeblich ihre Leistungsfähigkeit abhängt.

flugrecht.de (Inkasso-Portal)

Flugrecht.de ist kein ganz kleiner Anbieter, hat aber spätestens durch den Zukauf durch Flightright merklich seine Eigenständigkeit eingebüßt. Flugrecht.de bietet seitdem die gleiche Provisionshöhe wie Flightright. Das Online-Prüfsystem wurde nahtlos übernommen und in die Plattform integriert.

Ansonsten ist im Erscheinungsbild der Seite alles beim Alten geblieben. Die Homepage weist zuweilen noch ein recht starres Erscheinungsbild auf, was bei einer veränderten Größe des Browserfensters zu ungünstigen Darstellungen wie verschobenen Texten führen kann.  

Fazit: Flugrecht.de scheint keinen besseren oder offensichtlich abweichenden Service als die Muttergesellschaft Flightright zu bieten. Wem das Leistungspaket zusagt, könnte also auch direkt das „Original“ wählen.

flug-erstattung.de (Hybrid-Modell für Sofortentschädigung & Inkassoleistungen)

Ein kleinerer Anbieter auf dem Markt der Fluggastentschädiger ist die The Flight-Refund GmbH mit Sitz in Aachen (erreichbar unter www.flug-erstattung.de). Angeboten werden für Flugunregelmäßigkeiten wahlweise Sofortentschädigung oder eine zeitverzögerte, aber dafür höhere Entschädigung nach einem Inkasso-Verfahren. Wer sich für eine Sofortentschädigung entscheidet, erhält eine Auszahlung von maximal 400 Euro. Entscheidet sich der geschädigte Fluggast für die Inkasso-Variante, verlangt das Portal im Erfolgsfall eine Provision in Höhe von 22 % zzgl. Mehrwertsteuer. Der Fluggast erhält also maximal 442,92 €, sofern er gewillt ist, die Wartezeit von einigen Wochen bis Monaten in Kauf zu nehmen.

Der Anbieter flug-erstattung.de kann in der Höhe der Auszahlungen mithin mit größeren Anbietern wie Flightright oder Ersatz-Pilot mithalten. Die Auszahlungsdauer beträgt nach eigenen Angaben maximal 48 Stunden, was dem Marktstandard der übrigen Sofortentschädiger entspricht. Ungewiss ist indes, ob der Anbieter diese Konditionen in der Praxis auch verlässlich durchhalten kann: Außer einigen selbst auf der Seite eingestellten „Testimonials“ mangelt es dem Anbieter nämlich bisher an Kundenbewertungen auf unabhängigen Portalen wie Trustpilot. Damit fehlt ein wesentlicher Indikator für die Zuverlässigkeit.

Auch das Online-Abfragesystem von flug-erstattung.de weckt Zweifel daran, ob der Anbieter seine ambitionierten Konditionen wirklich zuverlässig anbieten kann. Denn ohne Anschluss externer Datenbanken als Voraussetzung für die weitreichende Automatisierung der Fallabwicklung drohen zusätzliche Personalkosten, die rasch die niedrige Provision aufzehren. Daher scheint es plausibel, dass sich der Anbieter entweder auf die Abwicklung relativ leicht verwertbarer Forderungen beschränken muss, oder seine Konditionen spätestens bei größeren Kundenzahlen nicht beibehalten kann. Insgesamt bleibt deshalb zunächst abzuwarten, wie sich der Anbieter entwickelt.

claimflights.de (Inkasso-Portal)

Im Geschäft der Fluggastentschädiger findet sich weiterhin die Claimflights GmbH mit Sitz in Bonn (erreichbar unter www.claimflights.de). Als reiner Inkasso-Entschädiger kehrt dieser Anbieter Ausgleichspauschalen erst nach Abschluss des Entschädigungsprozesses an Fluggäste aus. Für seine Dienste verlangt Claimflights eine Provision in Höhe von 22,5 % zzgl. Mehrwertsteuer. Bei einer Entschädigungssumme von 600 € erhält der Fluggast demnach 439,35 €. Die Höhe der Auszahlungen liegt über dem Durchschnitt der größeren Deutschen Fluggastportale. Wie bei allen Inkasso-Verfahren beträgt die Auszahlungsdauer allerdings einige Wochen — in manchen Fällen sogar einige Monate.

Auch die Claimflights GmbH scheint bei der Fallprüfung für Kunden auf die automatische Abfrage von Flugdaten aus einer Flugdatenbank zu verzichten. Da die Angaben des Fluggastes zunächst überprüft werden müssen, ehe es zu einem Vertragsschluss und zur Verfolgung des Anspruchs kommen kann, muss jeder potenzielle Fall mutmaßlich manuell nachbearbeitet werden. Es scheint daher fraglich, ob das Portal seine Konditionen bei größeren Kundenzahlen halten kann. Schließlich musste selbst EUclaim — ein Dienstleister mit einem der professionellsten Online-Prüfsysteme — Anfang 2019 seine Preise ob des gestiegenen Verwaltungsaufwandes deutlich anheben.

Das fehlende datenbankgestützte Prüfsystem produziert einen weiteren Nachteil für den Kunden: Sie haben mehr Angaben händisch zu tätigen. Das erhöht nicht nur den individuellen Zeitaufwand für die Online-Eingabe. Daneben steigt auch das Risiko, dass Flüge eingegeben werden, deren Unregelmäßigkeiten gar nicht zur Entschädigung berechtigen. Prozessbedingt kann sich dies aber erst im Rahmen der händischen Nachkontrolle durch Claimflights herausstellen. Andernorts gibt bereits das Online-Formular eine präzise Einschätzung ab.

Zusammenfassend scheint die Rentabilität des Dienstes fraglich — insbesondere weil die vergleichsweise niedrige Provision den anfallenden Arbeitsaufwand pro Fall aufgrund der fehlenden IT-Infrastruktur kaum decken kann.

aviclaim.de (Inkasso-Portal)

Zu den sonstigen Anbietern zählt auch das niederländische Unternehmen Aviclaim mit deutscher Zweigstelle in Essen (erreichbar unter www.aviclaim.de). Von dem Inkassodienstleister erhält der Fluggast erst nach erfolgreicher Durchsetzung seines Anspruchs gegen die Airline eine Entschädigungszahlung. Aviclaim berechnet bei erfolgreichem Verlauf des Verfahrens eine Provision von 25 % zzgl. des Umsatzsteuersatzes der Niederlande. Letzterer liegt derzeit bei 21 % (Stand: Februar 2019). Bei einer Entschädigungssumme von 600 € erhält der Fluggast demzufolge 418,50 €.

Im Vergleich zu den etablierten Anbietern liegt Aviclaim damit unter dem Durchschnitt der übrigen Inkasso-Portale. Zudem kann die Auszahlungsdauer zwischen wenigen Wochen und einigen Monaten dauern, abhängig von der Zahlungsbereitschaft der jeweiligen Fluggesellschaft.

Erklären lässt sich dies mit dem scheinbar eingeschränkten Automatisierungsgrad des Services und damit einhergehenden höheren Personalkosten: Aviclaim scheint bei der Fallüberprüfung potenzieller Mandanten auf eine vollumfängliche automatische Abfrage von Flugdaten aus einer Flugdatenbank zu verzichten. Mutmaßlich vertraut das System bei der Überprüfung einer Flugunregelmäßigkeit auf die Eingaben des Nutzers. Jeder potenzielle Fall muss deshalb vermutlich manuell nachbearbeitet werden, da die Angaben des Fluggastes zunächst zu überprüfen sind, ehe es überhaupt zu einem Vertragsschluss und zur Verfolgung des Anspruchs kommen kann.

Weiterhin wird dem Fluggast erst nach der Eingabe aller persönlichen Daten und dem Hochladen der notwendigen Dokumente die Höhe der konkreten Entschädigungszahlung mitgeteilt. Andere Fluggastentschädiger weisen in diesem Punkt ein wesentlich transparenteres und insofern kundenfreundlicheres Erscheinungsbild auf. Die Entschädigungssumme steht häufig bereits nach der Eingabe der Flugdaten und wenigen Klicks fest. Fragwürdig sind zudem die Angaben über die Kundenzufriedenheit bei der Nutzung des Portals Aviclaim. Laut eigenen Angaben liegt die durchschnittliche Bewertung dieses Anbieters bei 9,3 von 10 Sternen (Stand: 25.02.2019). Es sind allerdings keine Angaben zu unabhängigen Bewertungsportalen wie beispielsweise Trustpilot zu finden; die Wiedergabe der „durchschnittlichen Bewertung“ verlinkt nicht zu einer externen Rezensionsseite.

TrustFly(Inkasso-Portal)

Als weiterer Anbieter ist die TrustFly GmbH zu nennen mit Sitz in Hamburg (erreichbar unter www.trustfly.de). Nur im Erfolgsfall und nach der Auseinandersetzung mit der Fluggesellschaft kehrt dieser Inkasso-Dienstleister an seine Kunden eine Entschädigung abzüglich der Provision von 22 % zzgl. Mehrwertsteuer aus. Somit erhält der Fluggast erhält bei einer Entschädigungssumme von 600 € eine Auszahlung von 442,92 €. Damit kann der Anbieter durchaus Schritt halten mit den etablierten Fluggastportalen. Daneben reduziert der automatische Zugriff auf eine Flugdatenbank den Arbeitsaufwand, was das Portal wettbewerbsfähig zu den Branchenprimi macht.

Als Zusatzservice bietet TrustFly die Durchsetzung der Erstattung von weiteren Leistungen wie beispielsweise Hotelübernachtungen, für die eine Airline unter Umständen ebenfalls einstehen muss. Allerdings können diese Kosten häufig auch durch Fluggäste selbst geltend gemacht werden – häufig gelingt dies im Nachgang der Durchsetzung der Entschädigungspauschale mithilfe eines Dienstleisters einfacher. Qamqam hat im Übrigen eine Übersicht der Rechte bei Flugverspätung angefertigt. Unter dem Abschnitt Lösung für sonstige Rechte bei Flugverspätung weiterführende Informationen zur eigenständigen Rechtsverfolgung finden. Während der Extra-Service von TrustFly, die Auszahlungsdauer von einigen Wochen bis Monaten vermutlich weiter erhöht, bietet er geschädigten Fluggästen nur einen geringen Mehrwert.

Dem Fluggastportal TrustFly fehlt es zudem an einem verlässlichen Indikator für die Kundenzufriedenheit. Auf der Website findet der Nutzer keinen Verweis auf etablierte Bewertungsportale wie beispielsweise Trustpilot; welche Erfahrungen Kunden mit den Anbietet gemacht haben und wie zuverlässig sie den angebotenen Dienst einstufen, lässt sich so nicht nachvollziehen. Diese fehlende Transparenz erschwert eine umfassende Bewertung. Insgesamt erweckt TrustFly insofern mitunter einen zweifelhaften Eindruck. Die vergleichsweise geringe Provision ist für das Massengeschäft bei dem derzeitigen Automatisierungsgrad kaum zu halten. Auch die mangelnde Offenlegung der Kundenmeinungen wirkt tendenziell unseriös.

captain-frank.com (Hybrid-Modell für Sofortentschädigung & Inkassoleistungen)

Die Captain Frank GmbH mit Sitz in Hohenschäftlarn ist ebenfalls in der Branche der Fluggastentschädigung tätig (erreichbar unter www.captain-frank.com). Angeboten werden für Flugunregelmäßigkeiten sowohl Sofortentschädigungen als auch eine zeitverzögerte, aber dafür höhere Entschädigung im Inkasso-Verfahren. Dabei berechnet der Anbieter je nach Auszahlungsgeschwindigkeit eine Provision in Höhe von 30 % bzw. 20 %, jeweils zzgl. Mehrwertsteuer. Bei einer Entschädigungssumme von 600 Euro erhält der Fluggast somit eine Sofortentschädigung von 385,80 €. Bei einem Inkasso-Verfahren werden bis zu 457,20 € ausgezahlt.

Im Vergleich zu etablierten Portalen liegt die Sofortentschädigung unter dem Durchschnitt. Dagegen wirkt die alternative Auszahlung von 457,20 € zweifelhaft hoch: Auf der Website finden sich nämlich keine Anzeichen für den automatisierten Abruf einer Flugdatenbank als Grundlage einer personalarmen Fallprüfung und Rechtsverfolgung. Jeder Fall bedarf demnach vermutlich einer manuellen Nachbearbeitung. Schon EUclaim als Anbieter mit einem der professionellsten Online-Prüfsysteme musste unlängst seine Preise von 22,5% zzgl. Mehrwertsteuer deutlich heraufsetzen, um kostendeckend zu arbeiten. Da auf der Website von Captain Frank keine Angaben gemacht werden, ob eine Wahl zwischen Sofortentschädigung oder Inkasso-Verfahren besteht, trifft die Auswahl mutmaßlich der Anbieter selbst. Der Fluggast erhält somit wahrscheinlich nicht immer die höhere Auszahlung, sollte es Captain Frank schwerfallen, das niedrige Provisionsversprechen einzulösen.

Zusätzlich zur Flugentschädigung ermöglicht es das Fluggastportal Captain Frank auch, Zusatzkosten wie beispielsweise Taxirechnungen einzufordern. Allerdings können Fluggäste diese Kosten ohne übermäßigen Aufwand auch selbst durchsetzen. Qamqam bietet dazu eine Übersicht der Rechte bei Flugverspätung. Unter dem Abschnitt Lösung für sonstige Rechte bei Flugverspätung führen wir näher aus, wie Fluggäste ihre übrigen Ansprüche mit überschaubarem Aufwand selbst verfolgen können. Captain Frank bietet somit einen Service an, der die Auszahlungsdauer womöglich erhöht, den Fluggästen dafür aber nur einen geringen Mehrwert verschafft.

Als Pluspunkt zu werten ist aber, dass das Fluggastportal Captain Frank Rezensionen des Portals Trustpilot einbindet, um die Kundenzufriedenheit zu veranschaulichen. Allerdings ist die geringe Zahl der Rezensionen (bislang ca. 50 zum 25.02.2019) nur wenig aussagekräftig.

So tragen die Unklarheit der Auswahl zwischen Inkasso- und Sofortentschädigungsleistungen und die übermäßig niedrige Provision trotz geringem Automatisierungsgrad dazu bei, dass wenigstens vorläufig ein eher zweifelhafter Eindruck entsteht. Die anfallenden Arbeitsstunden zur erforderlichen manuellen Fallüberprüfung und -durchsetzung dürfte die niedrige Provision nur in Teilen decken. Die vergleichweise durchschnittliche Höhe der Sofortentschädigung spricht eher gegen die Wahl des Anbieters.

tom-zahlt.de (Sofortentschädiger)

Zu den sonstigen Anbietern rechnen wir im Übrigen die TomZahlt.de GmbH mit Sitz in Mönchengladbach (erreichbar unter www.tom-zahlt.de). Als Sofortentschädiger zahlt dieses Portal unmittelbar nach der Prüfung des Falls die Entschädigung innerhalb weniger Tage an den jeweiligen Fluggast. Dabei wird eine Provision von 25 % zzgl. Mehrwertsteuer berechnet. Bei einer Entschädigungssumme von 600 € erhält der Fluggast folglich 421,50 €. Die Auszahlungshöhe liegt demnach regelmäßig unterhalb der Sofortentschädigungen von Ersatz-Pilot und den Leistungen der Inkasso-Portalen.

Die TomZahlt.de GmbH scheint auf eine automatische Abfrage von Flugdaten aus einer externen Flugdatenbank zu verzichten. Jeder Fall muss demnach mutmaßlich händisch überprüft werden. Die Bewältigung des zusätzlichen Arbeitsaufwands ist bei großer Fallzahl wirtschaftlich kaum tragfähig. Es scheint daher fraglich, ob Portal für das Massengeschäft tauglich ist.

Es fehlt außerdem an der Implementierung eines seriösen Bewertungsportals, auf dem Kunden ihre Erfahrungen mitteilen können. Insgesamt wirkt die Website dieses Anbieters  minimalistisch. Ein geschädigter Fluggast findet nur wenige Zusatzinformationen, was neben fehlender Kundenbewertungen von der Nutzung abhalten könnte.

tom-zahlt.de scheint also insgesamt keine besseren Konditionen als die Marktführer unter den Fluggastportalen zu bieten. Das Portal kann auch nicht mit Spezialleistungen oder einer auffällig hohen Kundenzufriedenheit überzeugen – im Gegenteil ist diese gar nicht offengelegt.

refund.me (Inkasso-Portal)

Ein weiterer Anbieter auf dem Markt der Fluggastentschädiger ist die refund.me GmbH mit Sitz in Potsdam (erreichbar unter www.refund.me). Nur im Erfolgsfall zahlt dieser Inkasso-Dienstleister an den Fluggast eine Entschädigung abzüglich seiner Provision von 25 % zzgl. Mehrwertsteuer. Bei einem nominellen Anspruch auf Entschädigung in Höhe von 600 € bleiben dem Fluggast unterm Strich maximal 421,50 €. Im Vergleich zu den etablierten Anbietern liegt die refund.me GmbH damit unter dem Durchschnitt.

Das Portal bemüht bei der Fallüberprüfung den Zugriff auf eine Flugdatenbank. Dadurch reduziert sich der Arbeitsaufwand im Vergleich zu anderen kleineren Portalen; positiv auf die Provisionshöhe zugunsten der Kunden scheint sich dies aber nicht auszuwirken.

Die Auszahlungsdauer beträgt nach eigenen Angaben durchschnittlich 100 Tage pro Fall. Bei Trustpilot geben ungefähr 1000 Bewertungen Aufschluss über die Kundenzufriedenheit. Etwa jeder zehnte Fluggast bemängelt eine Auszahlungsdauer von mehr als sieben Monaten. Der Großteil der Kunden ist aber mit dem Service des Anbieters insgesamt zufrieden.

Zusammenfassend bietet refund.me einen soliden und seriösen Dienst für Fluggäste an. Die selbst für Inkasso-Dienstleistern hohe Auszahlungsdauer, die unterdurchschnittliche Auszahlungshöhe und die gehäufte Kritik von Kunden veranlassen uns jedoch, das Fluggastportal nicht in die engere Wahl zu nehmen.

skycop.com (Inkasso-Protal)

Die Sykcop.com Ltd. ist ein litauischer Anbieter für Fluggastentschädigungen (erreichbar unter www.de.skycop.com). Der Inkassodienstleister überweist dem Fluggast nur im Erfolgsfall seine Entschädigungszahlung. Skycop berechnet dabei für jede gelungene Rechtsverfolgung eine Provision von 25 % zzgl. des Umsatzsteuersatzes von Litauen. Letzterer liegt derzeit bei 21 % (Stand: Februar 2019). Von einer Entschädigungssumme von 600 € verbleiben dem Fluggast demzufolge 418,50 €. Im Vergleich zu den etablierten Anbietern liegt Skycop damit erkennbar unter dem Durchschnitt. Die Auszahlungsdauer beträgt zudem laut eigenen Angaben üblicherweise zwölf Wochen.

Skycop scheint bei der Fallüberprüfung auf die automatische Abfrage von Flugdaten aus einer Flugdatenbank zu verzichten. Dies mag die verhältnismäßig hohe Provision erklären und hat noch einen weiteren Nachteil für Nutzer: Es sind bedeutend mehr Angaben zu leisten.

Bei Trustpilot geben bislang ca. 400 Bewertungen Aufschluss über die Kundenzufriedenheit (Stand: 5.3.2019). Sie lassen auf gewisse Kommunikationsdefizite schließen: Etwa zehn Prozent der Fluggäste bemängeln ausbleibende Rückmeldungen. Das scheint für eine Überforderung des Anbieters bei verstärktem Kundenandrang zu sprechen. Der professionelle Eindruck der Website kann daher nicht darüber hinwegtäuschen, dass Skycop mutmaßlich Schwierigkeiten hat, große Fallzahlen zuverlässig abzuwickeln. Der anfallende Arbeitsaufwand aufgrund der fehlenden IT-Infrastruktur ist bei steigenden Anfragen der Fluggäste scheinbar kaum realisierbar. Insgesamt erweckt Skycop daher einen wenig wettbewerbsfähigen Eindruck im Vergleich zu den etablierten Fluggastportalen.