Erfahrung mit Flightright:
Kosten, Dauer, Kundenbewertung, Abläufe

Flightright im Qamqam-Ranking

Erfahrung mit Flightright haben inzwischen hunderttausende Fluggäste gesammelt. Schließlich verhilft das Fluggastportal Reisenden bei Flugunregelmäßigkeiten seit fast zehn Jahren zu einer Entschädigung. Mittlerweile stellen aber auch etliche Konkurrenten ähnliche Dienste bereit. Daher stellt sich die Frage, ob Flightright betroffenen Fluggästen weiterhin den besten verfügbaren Service bietet. Lohnt es sich für einen geschädigten Fluggast, Flightright den Vorzug vor Mitbewerbern zu geben? Um dies zu beantworten, hat Qamqam den Service des Unternehmens untersucht und analysiert, welche Erfahrungen andere Fluggäste mit dem Service von Flightright gemacht haben.

Höhe Provision

≈ 29,8%

Qamqam Bewertung 4.0

Auszahlungsdauer

Einige Wochen

Qamqam Bewertung 3.0

Qamqam hat geprüft,

  1. wie viel Entschädigung Flightright unterm Strich auszahlt bzw. wie viel Provision das Unternehmen einbehält,
  2. wie lange ein Verfahren bis zur Auszahlung der Entschädigung dauert,
  3. welcher Aufwand dem Kunden entsteht, um den Dienst zu nutzen,
  4. was Kunden nach ihrer Erfahrung mit Flightright besonders schätzen und was sie negativ bewerten (systematische Auswertung der Einträge auf Bewertungsportalen).

Flightright auf dem Prüfstand

Flightright auf dem Prüfstand


Gesamtergebnis

Qamqam Bewertung 4.0

Im Qamqam-Bewertungssystem erzielt Flightright mit 4,0 von 5 möglichen Sternen ein gutes Ergebnis. Punkten kann das Portal vor allem in Sachen Komfort: Das Online-Formular Flightrights zählt zu den fortschrittlichsten der Branche. Der Mitwirkungsaufwand des Kunden ist bei Flightright äußerst gering und der Dienst entsprechend komfortabel. Gleichwohl kann das Unternehmen seine Mitbewerber weder bei der Entschädigungshöhe, der Dauer bis zur Auszahlung oder den Kundenbewertungen überbieten und muss dort leichte Abzüge hinnehmen. Die Ergebnisse unserer Recherche lassen sich bündig wie folgt zusammenfassen. So schlägt sich Flightright unter den geprüften Gesichtspunkten:


Flightright im Qamqam Bewertungssystem

Um die Bewertung durch Qamqam besser zu verstehen, widmet sich jeweils ein Folgeabschnitt den oben genannten Untersuchungskategorien. Schritt für Schritt skizziert dieser Beitrag den Service von Flightright. Wer wissen will, wie im Vergleich dazu andere Anbieter abschneiden, erhält weitere Informationen hierzu auf dieser Seite hier, die die größten deutschen Fluggastportale gegenüberstellt. Wenn Sie die Angebote der verschiedenen Dienste im Falle eines ganz bestimmten Fluges vergleichen möchten, nutzen Sie gerne unser eigens hierfür entwickeltes Prüfungsmodul.


Zahlungshöhe

Art. 7 Abs. 1 FluggastrechteVO gewährt Flugreisenden für bestimmte Flugunregelmäßigkeiten

  • 250 € auf Kurzstrecken,
  • 400 € auf Mittelstrecken und
  • 600 € auf Langstrecken.

Setzt man solche Forderungen mit Flightright durch, behält das Unternehmen für seine Dienste 20 bis 30 % zzgl. Mwst. als Provision. Unterm Strich erhält ein Kunde also

  • 160,75 € bis 190,50 € bei Kurzstreckenflügen,
  • 257,20 € bis 304,80 € bei Mittelstreckenflügen und
  • 385,80 € bis 457,20 € bei Langstreckenflügen.

Flightright gibt keine Auskunft darüber, wann und wie häufig das Unternehmen eher hohe Provisionen berechnet und wann eher niedrige. Ein greifbarer Richtwert für die übliche Höhe der Provision ergibt sich jedoch zumindest, wenn man vom arithmetischen Mittel ausgeht, also von 25 % zuzüglich Mehrwertsteuer. Unsere stichprobenartige Überprüfung anhand verschiedener Flüge ergab, dass es sich hierbei jedenfalls nicht um eine Übertreibung der durchschnittlichen Provision handelt. Bei diversen am 16.11.2018 eingegebenen verspäteten Condor-, Austrian-, Eurowings- und Lufthansa-Flügen betrug die Provision beispielsweise 28 Prozent plus Mehrwertsteuer, bei Ryanair- und easyJet-Flügen regulär 26 Prozent.

Trotz Dutzender Eingaben von annullierten und erheblich verzögerten Flügen fand sich kein Fall, bei dem Flightrights System eine Provision unter 25 Prozent vorschlug. Es scheint daher dem Unternehmen kein Unrecht zu tun, wenn man die durchschnittliche Provision auf der Mitte der angegebenen Spanne ansetzt. Nach der Stichprobe liegt der Durchschnittswert tendenziell sogar eher höher. Nach Hinzurechnung der Mehrwertsteuer beläuft sich die Provision nach dem dargelegten Durchschnittswert effektiv auf knapp 30 Prozent. Dem Fluggast zahlt Flightright bei erfolgreicher Durchsetzung seines Anspruchs demnach typischerweise etwas mehr als 70 Prozent seines Forderungswerts. Nach Abzug der Provision beläuft sich die Auszahlungssumme also auf ungefähr

  • 175,63 € bei Kurzstreckenflügen,
  • 281 € bei Mittelstreckenflügen und
  • 421,50 € bei Langstreckenflügen.

Dies entspricht auch ungefähr den Werten, die Flightright bis 2017 fix ansetzte, ehe das Unternehmen dazu überging, die Provision variabel im Korridor von 20-30% festzusetzen.

Entschädigungshöhe bei Flightright im Vergleich

Entschädigungshöhe des Dienstes Flightright im Vergleich

Der Vergleich zeigt, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur ein Dienstleister zu substanziell höheren Ausgleichszahlungen als Flightright verhilft. Das Portal bewegt sich mit den gezahlten Entschädigungsbeträgen im oberen Mittelfeld. Übertroffen wird Flightright in einigen Konstellationen etwa durch den Inkasso-Dienstleister EUclaim. Dieser bietet eine etwas geringere Provision verlangt und geringfügig bessere Konditionen, je nachdem, welche Airline den Flug durchführte, für den dem Fluggast eine Entschädigung zusteht.

In Sachen Entschädigungshöhe kann Flightright aber umgekehrt fast alle Sofortentschädiger hinter sich lassen. Daher verbucht Flightright in der Kategorie Entschädigungshöhe vier von fünf möglichen Sternen. Wie andere Fluggastportale in dieser Kategorie abschneiden und welche Provision sie jeweils verlangen, zeigt dieser Vergleich der größten Anbieter im deutschsprachigen Raum.

Verfahrensdauer

Wer schon einmal Erfahrung mit Flightright gemacht hat, weiß: Es handelt sich um einen so genannten Inkasso-Dienstleister. Für Kunden bedeutet das vor allem, dass das Unternehmen eine Entschädigung erst auszahlt, wenn der Anspruch eines Fluggastes gegen die jeweilige Airline durchgesetzt wurde. Je nach Fall und Fluggesellschaft variieren die Auszahlungszeiten also deutlich. In manchen Konstellationen zeigen sich Airlines kooperativ und leisten auf erstes Anfordern. Wenn Flightright den Betrag dann noch zeitnah auskehrt, entstehen dem Kunden Wartezeiten von „nur“ drei bis fünf Wochen zwischen Antrag und Zahlungseingang auf seinem Konto. Das ist allerdings der Idealfall.

Den Bewertungen zufolge treten daneben oftmals Fälle auf, die die außergerichtliche Hinzuziehung eines Anwalts verlangen oder gar ein Gerichtsverfahren. Eine außergerichtliche Verfolgung des Anspruchs durch einen Anwalt dauert dabei ein bis drei Monate. Sie kann außerdem erst beginnen, wenn Flightright sie für erforderlich halten muss. Andernfalls darf Flightright der Airline nämlich nicht die Anwaltsgebühren aufbürden, sondern muss sie selbst begleichen. Erforderlich ist eine anwaltliche Rechtsdurchsetzung jedoch frühestens, wenn eine Airline einer Zahlungsaufforderung ohne Anwalt nicht nachkommt. Deren Frist muss also erst verstreichen und ggf. noch eine Fristverlängerung, die die Airline zur Bearbeitung erbittet. Muss also überhaupt ein Anwalt eingeschaltet werden, folgen für den Kunden Wartezeiten von zwei bis vier Monaten.

Schließt sich hiernach ein Gerichtsverfahren an, dauert es noch länger. Wie lange genau richtet sich danach, ob die verklagte Fluggesellschaft in Deutschland, im EU-Ausland oder einem Drittstaat ihren Sitz hat. Gegen deutsche Airlines können Verfahren nämlich auf Deutsch geführt werden; ansonsten muss hingegen jeder Schriftsatz übersetzt werden. Das kostet zusätzliche Zeit. Dauern Prozesse gegen inländische Airlines bis zur Zahlung typischerweise vier bis zehn Monate, können sie sich gegen ausländische Fluggesellschaften über Jahre ziehen. In den Kundenbewertungen liest man manchmal von Prozessen, die erst nach über zwei oder drei Jahren in ein Urteil münden.

Gemessen am öffentlichen Feedback von Kunden dauert die Auszahlung bei Flightright auch durchschnittlich einige Monate. Gerade wer Wert auf eine schnelle Abwicklung legt, mag sich fragen: Handelt es sich hierbei um die marktübliche Wartezeit? Sicher lässt sich diese Frage nicht ganz pauschal beantworten, weil gerade bei Inkasso-Anbietern die Geschwindigkeit deutlich von Umständen der konkreten Flugunregelmäßigkeit abhängt. Manche Fluggesellschaften verzögern die Erstattung länger als andere. Immerhin lässt sich aber sagen: Es gibt diverse Anbieter, die Kunden deutlich schneller zur Flugentschädigung verhelfen können als Flightright.

Auszahlungsdauer von Flightright im relativen Vergleich

Flightright Auszahlungsdauer im Vergleich

Im Vergleich mit Alternativanbietern belegt das Unternehmen damit einen hinteren Platz. Besonders Sofortentschädiger punkten damit, dass nach ihrem Geschäftsmodell binnen weniger Tage Zahlungen an die Kunden fließen. Flightright kann daher in der Kategorie Auszahlungsdauer lediglich drei von fünf Sternen verbuchen. Welche Fluggastportale zu schnellerer Entschädigung verhelfen, diskutiert dieser Beitrag, der die größten Anbieter im deutschsprachigen Raum gegenüberstellt.

Aufwand

Ein zentrales Verkaufsargument von Flightright vorweg: Ein Kostenrisiko entsteht dem Kunden nicht. Er braucht für nichts in Vorleistung treten — weder für Flightrights Tätigkeit noch für Anwaltsgebühren noch für Gerichtskosten. Stattdessen zahlt ein Fluggast nur die Provision im Erfolgsfall. Fairerweise garantieren dies aber auch alle anderen Fluggastportale. Hervor sticht nach unserer Erfahrung mit Flightright demgegenüber vor allem das Online-Formular des Unternehmens. Dieses untersucht Anfragen deutlich genauer als Systeme der allermeisten Konkurrenten — einmal abgesehen von denen Fairplanes und Ersatz-Pilots. Zudem vollführt das Online-Modul einen Abgleich der Eingaben mit Einträgen in Flugdatenbanken, sodass der Nutzer den Vorfall auf seinem Flug häufig gar nicht mehr händisch schildern muss.

Die Systematik des Online-Formulars gestattet zudem eine Beauftragung direkt online und erübrigt etliche Rückfragen im Nachgang. Das beschränkt den Aufwand des Nutzers für die Erfassung seines Falls auf 5 bis 10 Minuten. Das wirkt recht komfortabel und legt die Frage nahe: Gelangt man anderswo noch bequemer zur Entschädigung?

Komfort des Dienstes von Flightright verglichen mit Konkurrenzangeboten

Flightright Komfort im Vergleich

Insgesamt reduziert Flightright den Kundenaufwand somit vergleichsweise weit und verlangt minimale Mitwirkung des Fluggastes. Auf demselben Niveau ebnet im Vergleich lediglich ein anderes Fluggastportal den Weg zur Entschädigung. Bei den sonstigen Anbietern hat man häufiger noch manuell Rückfragen zu beantworten, weil das Online-Formular Anträge weniger umfangreich automatisiert abwickelt. Flightright erzielt folglich in der Kategorie Komfort die vollen fünf Sterne. Wie sich andere Fluggastportale in dieser Kategorie schlagen, thematisiert dieser Vergleich der wesentlichen deutschen Anbieter.

Kundenberichte

Flightright bezeichnet sich selbst als „die Nummer 1 in Europa“. Aber was sagen die Kunden? Auf dem Bewertungsportal Trustpilot erzielt das Unternehmen eine Bewertung von insgesamt 9,1 von 10 Punkten (Stand: 07.02.2019). Insgesamt berichten dort mehr als 4.500 Kunden über ihre Erfahrung. Auch bei Google erhielt das Unternehmen etwas über 1.000 Bewertungen, die durchschnittlich mehr als viereinhalb von fünf Sternen verleihen. Die Kunden scheinen also überwiegend sehr zufrieden, wenngleich vereinzelt kritische Zwischentöne zu vernehmen sind. Der Vergleich mit alternativen Anbietern legt jedoch nahe, dass Flightright innerhalb der Branche damit durchaus bloß einen mittleren Platz belegt.

Kundenzufriedenheit mit Flightright im relativen Vergleich

Flightright Kundenbewertung im Vergleich

Nachstehend werten wir das Feedback im Einzelnen aus. Wir werfen einen Blick darauf, was Kunden an Flightrights Dienst besonders loben und was sie verstärkt kritisieren:

Positive Erfahrungen

Zum einen loben Kunden wenig verwunderlich das unkomplizierte Online-Formular und die relativ hohen Entschädigungssummen. Ganz überwiegend gelingt es Flightright zudem, positiv in der Online-Maske geprüfte Forderungen durchzusetzen. Kunden können insofern davon ausgehen, dass die Beauftragung Flightrights im Regelfall zu einer Zahlung führt. Erfreulich finden Rezensenten laut ihrer Erfahrung mit Flightright die Beharrlichkeit des Anbieters. So liest man teilweise von Verfahren, in denen Flightright selbst langwierige Prozesse nicht scheut. 

Dass das Unternehmen sich ausschließlich „Filetstücken“ herausgreift und in komplizierteren Fällen die Bearbeitung verweigert, stimmt zumindest nicht pauschal. Zudem überbrückt Flightright die Wartezeit bis zur Durchsetzung, indem Kunden regelmäßig Statusupdates per E-Mail erhalten und im Intranet einsehen können, so dass sie auf dem Laufenden bleiben. Das würdigen viele Rezensenten auf der Plattform Trustpilot. Auch in anderen Erfahrungsberichten findet dies lobend Erwähnung.

Positiv fällt Kunden ferner auf, dass Flightright Entschädigungsbeträge nach Zahlung durch die Fluggesellschaft zügig auskehrt. Dass Flightright die Auszahlung von Entschädigungsbeträgen nach Verfahrensabschluss zügig veranlasst, erwähnt auch dieser Erfahrungsbericht lobend. Die Wartezeit von Kunden erhöht sich also nicht zusätzlich durch etwaige interne Verzögerungen in der Buchhaltung des Unternehmens. Es finden sich Berichte von Kunden, die den Eingang des Entschädigungsbetrages 24 Stunden nach Verfahrensabschluss verbuchen konnten.

Außerdem kommt Flightright zugute, dass das Unternehmen über ein weitreichendes Netzwerk von Partneranwälten in Europa verfügt und daher notfalls auch Forderungen im EU-Ausland durchsetzen kann. Eingeschränkt wird dieses Lob jedoch durch die Erfahrung mancher Kunden, wonach Flightright nachträglich bemerkt, dass im konkreten Fall doch kein Partneranwalt im jeweiligen Land des Gerichtsstandes bereitsteht.

Negative Erfahrungen

Bemängelt werden hauptsächlich die langen Wartezeiten, die die Natur des Geschäftsmodells mit sich bringt (zum Beispiel hier). Gewiss liegt es nicht an Flightright, wenn zahlungsunwillige Airlines es auf ein Gerichtsverfahren ankommen lassen und sich eine Entscheidung hinauszögert. Umgekehrt zeigen Sofortentschädiger, dass es durchaus möglich ist, Kunden die Geduld bis zur Auszahlung zu ersparen. In den Vorwürfen schwingt insoweit mit, dass Flightright demgegenüber das Risiko der Vorauszahlung nicht eingeht. Hinzu kommt, dass Flightright in gleichgelagerten Fällen laut manchen Kundenaussagen erst taktisch eine Klage für eine Forderung voranschiebt. Erst nach der gerichtlichen Entscheidung über diese folgt dann die Durchsetzung der übrigen Ansprüche. Das verringert zwar das Prozesskostenrisiko, verlängert zum Ärger der Fluggäste aber das Verfahren und trübt die Erfahrung mit Flightright.

Darüber hinaus kritisieren einige Kunden, Flightright breche gelegentlich Verfahren wider Erwarten ab, wenn sich herausstellt, dass die Durchsetzung schwieriger fällt als anfangs angenommen. Bemängelt wird vor allem die Widersprüchlichkeit der Aussagen. So scheint das Unternehmen manchmal erst im laufenden Verfahren die Aussichtslosigkeit zu erkennen, nachdem es entsprechende Fälle anfangs noch positiv bewertet hatte (wie z.B. hier geschildert). Das stößt auf Unverständnis und führt dazu, dass Fluggäste ihre Erfahrung mit Flightright negativ bewerten. Betroffene Kunden fragen sich, wieso sie sich überhaupt die Mühe einer Beauftragung gemacht haben und nicht schon im ersten Schritt eine zureichende Aufklärung stattfand. Auch die selten individualisierte Kundenkommunikation in solchen Konstellationen nehmen diverse Rezensenten negativ auf. Anscheinend geht Flightright zuweilen nicht näher auf die Gründe ein, die dazu veranlassen, einzelne Fälle nicht weiter zu bearbeiten. Bezeichnenderweise reagiert Flightright auf entsprechende Bewertungen offenbar nicht individuell, sondern platziert meistens nur standardisierte Kommentare. Bemängelt wird außerdem, dass Flightright Fragen zum Verfahrensstand mitunter gänzlich unbeantwortet lässt. Das scheint Kunden zu veranlassen, ihre Erfahrung mit Flightright negativ zu bewerten.

Wiederholt beargwöhnen Kunden, wie Flightright mit Vergleichsvorschlägen der Fluggesellschaften umgeht. Wird anfangs die volle Entschädigungssumme zugesichert, kommt es häufig vor, dass Airlines versuchen, sich bloß auf eine anteilige Zahlung zu verständigen. Nach mehrfacher Kundendarstellung rät Flightright zur Annahme solcher Angebote und begründet dies entgegen vorheriger Einschätzungen mit dem Risiko, andernfalls leer auszugehen. Zur Entscheidung erhalten Fluggäste zudem nur ein äußerst knapp bemessenes Zeitfenster von wenigen Tagen. In der Kritik steht dabei zudem, dass Flightright in derartigen Konstellationen die Provision dennoch in voller Höhe vereinnahmt, sodass Betroffenen nur ein Bruchteil des gesetzlichen Entschädigungsbetrages verbleibt.

Zur Aussagekraft der Erfahrungsberichte

Die Anzahl der Bewertungen klingt im ersten Moment beachtlich; sie erlaubt ein aussagekräftiges Urteil auf Basis eines reichen Fundus von Eindrücken. Anzumerken ist dennoch, dass die Menge im Verhältnis zur Gesamtkundenzahl ziemlich gering ausfällt. Nach eigener Aussage verfolgte Flightright nämlich schon Entschädigungsansprüche im Wert von über 150.000.000 €. Unterstellt man eine durchschnittliche Höhe von 400 € pro beigetriebener Forderung, entspricht das mindestens 375.000 Stück. Selbst wenn man teilweise Mehrfachnutzungen des Dienstes durch dieselben Fluggäste unterstellt, hinterließ nicht einmal jeder hundertste Nutzer eine Bewertung.

Es wirft zumindest die Frage auf: Warum äußern sich 99% der Kunden nicht weiter? Hierfür gibt es gewiss mehrere Erklärungen. Feststehen dürfte aber zumindest, dass die allermeisten schweigenden Kunden weder so begeistert noch verärgert sind, dass sie das Bedürfnis verspüren, ihre Erfahrungen öffentlich kundzutun. Eine mögliche Schlussfolgerung daraus lautet, dass die allermeisten Nutzer durchschnittlich zufrieden sind. Sie schäumen zwar nicht über vor Enthusiasmus über den Service; ihnen widerfuhren umgekehrt aber auch keine größeren Unannehmlichkeiten. Flightright kann daher auch in der Kategorie Kundenzufriedenheit vier von fünf möglichen Sternen verbuchen. Wie sich die andere Dienstleister in dieser Kategorie geschlagen haben, thematisiert dieser Vergleich der größten deutschen Anbieter.

Flightright oder eine Alternative?

Welches ist das beste Fluggastportal?

Eine Entscheidung für oder gegen Flightright hängt vor allem davon ab, worauf Nutzer individuell Wert legen. Daher ist jedem Fluggast zu empfehlen, die Angebote verschiedener Fluggastportale zu vergleichen, bevor ein bestimmter Dienstleister beauftragt wird. Es kann sich im Einzelfall durchaus lohnen, einen Blick auf die Mitbewerber von Flightright zu werfen: Sie verlangen zuweilen etwas geringere Provisionen und zahlen die Entschädigungssumme ähnlich schnell aus. Qamqam hat ein Prüfungsformular entwickelt, das anhand der Flugdaten für konkrete Verspätungen und Ausfälle individuell prüft, welches Fluggastportal zu welchen Konditionen Entschädigungen anbietet.

Ereignete sich auf einer Ihrer Reise eine erhebliche Flugunregelmäßigkeit? Dann testen Sie gerne das kostenlose Vergleichsmodul, um zu prüfen, welcher Anbieter Ihnen zuverlässigsten zu einer hohen Ausgleichszahlung verhelfen kann. Ansonsten geht es hier zur Website von Flightright.

Seitentrenner Vergleich der Fluggastportale

Was steht Fluggästen neben einer Entschädigung zu?

Leider ist nur wenigen Fluggästen bekannt, dass die EU-FluggastrechteVO die Airlines nicht bloß zu pauschalen Ersatzzahlungen verpflichtet. Tatsächlich müssen die Fluggesellschaften versuchen, die Unannehmlichkeiten geschädigter Fluggäste auch auf anderem Wege zu lindern. So haben die Airlines zusätzlich für eine Unterbringung in einem Hotel und den entsprechenden Transfer aufzukommen, wenn sich ein Flug bis zum Folgetag verspätet oder gänzlich entfällt. Ein Anspruch auf Verpflegung besteht bereits bei Verspätungen von zwei Stunden. Ihr Gepäck wurde beschädigt oder Ihnen sind sonstige bezifferbare Schäden entstanden? Dann folgen aus dem Montrealer Übereinkommen und dem deutschen Schuldrecht eventuell auf entsprechenden Ersatz gerichtete Ansprüche gegen die verantwortliche Fluggesellschaft. Qamqam hat zusammengetragen, was Geschädigten neben einer Ausgleichszahlung zusteht. Einen Gesamtüberblick zu Fluggastrechten bei Flugverspätung bietet dieser Beitrag. Weitere Informationen zu Ihren Rechten aus der EU-FluggastrechteVO finden Sie außerdem unter folgenden Adressen:

  • Stiftung Warentest geht in diesem Beitrag der Frage nach, wann Fluggesellschaften zur Ausgleichszahlung verpflichtet sind. Der Beitrag richtet sich vor allem an Fluggäste, die erfahren wollen, wann sich Airlines auf „außergewöhnliche Umstände“ berufen und Entschädigungszahlungen verweigern können.
  • Stiftung Warentest gibt weiter in diesem Beitrag Auskunft, wann sich Geschädigte bei Verspätung ihres Gepäcks auf Kosten der Fluggesellschaft das Notwendigste nachkaufen dürfen.
  • Nähere Informationen zu Fluggastrechten und Ihren Ansprüchen aus der EU-FluggastrechteVO erhalten Sie außerdem auf den Seiten des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA).
  • Der ADAC hat sich ebenfalls mit der Entschädigung von Fluggästen befasst. Dieser Beitrag verschafft einen soliden Gesamtüberblick.
  • Eine umfassende Darstellung des Themenkomplexes „Fluggastrechte“ bietet abschließend der entsprechende Wikipedia-Artikel.