Erfahrung mit Fairplane:
Provisionshöhe, Kundenmeinung, Abläufe

Fairplane im Qamqam-Ranking

Fairplane erstreitet für verspätete Fluggäste gegen Airlines bis zu 600€ Entschädigung pro Person & berechnet dafür ca. 30% Erfolgsprovision. Aber lohnt sich das? Unser Testbericht liefert Antworten. Wir haben Fairplane 2019 geprüft, mit Alternativen abgeglichen und fassen hier unsere Erfahrungen zusammen. Der vorliegende Beitrag gibt einen Komplettüberblick zu ProvisionshöheDauerKomfort und Kundenbewertungen des Fluggastportals.

Seit über 10 Jahren verfolgt Fairplane für Reisende bei Ausfall oder Verspätung Ansprüche auf Flugentschädigung. Mittlerweile leisten aber auch zahlreiche Konkurrenten vergleichbare Dienste. Hat Fairplane am Markt also noch die Nase vorn und lohnt es sich, dem Unternehmen den Vorzug gegenüber Mitbewerbern zu geben?

Um eine Antwort hierauf zu finden, hat Qamqam den Service des Fluggastportals untersucht. Dabei wurde insbesondere ausgewertet, welche Erfahrungen die Kunden von Fairplane bislang gesammelt haben. Unser Testergebnis in aller Kürze finden Sie gleich hier; Details zu den einzelnen Konditionen des Anbieters folgen weiter unten.

Jetzt Fairplane mit anderen Flugentschädigern vergleichen

Um den Dienst von Fairplane einordnen zu können, hat Qamqam geprüft,

  1. wie viel Provision Fairplane für sich behält und welche Entschädigung unterm Strich ausgezahlt wird,
  2. wie lange Fairplanes Prozedere bis zur Auszahlung der Entschädigung dauert,
  3. welcher Aufwand einem Kunden entsteht, um den Dienst von Fairplane zu beanspruchen,
  4. was Kunden nach ihrer Erfahrung mit Fairplane vor allem schätzen und was ihnen negativ aufgefallen ist (umfassende Sichtung der Einträge auf Bewertungsportalen).

Fairplane auf dem Prüfstand

Fairplane auf dem Prüfstand


Gesamtergebnis

Qamqam Bewertung 3.8

Im Qamqam-Bewertungssystem erzielt Fairplane mit 3,8 von 5 möglichen Sternen eine solide GesamtwertungGut schneidet Fairplane in den Kategorien EntschädigungshöheKundenbewertungen und Komfort ab, etwas schwächer in Sachen Auszahlungsdauer. In keiner Testkategorie konnte Fairplane seine Mitbewerber übertrumpfen: So hat das Portal sein Online-Formular inzwischen überarbeitet, realisiert in Sachen Komfort aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht ganz den Standard der fortschrittlichsten verfügbaren Webplattformen einiger Konkurrenten. Gleichzeitig überragt das Fluggastportal Konkurrenten weder bei der Entschädigungshöhe, bei Kundenbewertungen noch bei der Dauer bis zur Auszahlung. Die Ergebnisse unserer Recherche lassen sich bündig wie folgt zusammenfassen. So schlägt sich Fairplane unter den untersuchten Gesichtspunkten wie folgt:


Fairplane im Gesamtüberblick mit Qamqam Bewertung

Um die Bewertung durch Qamqam verständlich zu machen, widmet sich jeweils ein Folgeabschnitt einer der oben genannten Bewertungskategorien. Schrittweise durchleuchtet dieser Beitrag die einzelnen Facetten des Services von Fairplane.

Wer wissen will, wie im Vergleich dazu andere Anbieter abschneiden, erhält weitere Informationen hierzu auf dieser Seite hier, die die acht größten deutschen Fluggastportale gegenüberstellt.

Wenn Sie die Angebote von Fairplane und seinen Konkurrenten im Falle eines ganz bestimmten Fluges vergleichen möchten, nutzen Sie gerne unser eigens hierfür entwickeltes Prüfungsmodul. Es ist kostenlos.


Zahlungshöhe

Art. 7 Abs. 1 FluggastrechteVO verleiht Flugreisenden für erhebliche Flugunregelmäßigkeiten einen Anspruch auf

  • 250 € bei Flugdistanzen von unter 1.500 km,
  • 400 € auf Flugdistanzen bis 3.500 km und
  • 600 € auf Flugdistanzen von mehr als 3.500 km.

Beauftragt man Fairplane mit der Durchsetzung solcher Forderungen, behält das Unternehmen davon im Erfolgsfall für seine Dienste einschließlich Mehrwertsteuer 24-35% als Provision. Das entspricht einem Durchschnittswert von 29,2%; mit einem ähnlichen Betrag rechnet Fairplane auch in einem Auszahlungsbeispiel auf der Website.

Unterm Strich zahlt der Anbieter seinen Kunden also pro Person und Anspruch im Mittel

  • 177,50 € bei Kurzstreckenflügen,
  • 284 € bei Mittelstreckenflügen und
  • 426 € bei Langstreckenflügen.

Im Einzelfall kann die Provisionshöhe bzw. die Auszahlungssumme durchaus hiervon abweichen. In der Gegenüberstellung mit anderen Anbietern rechnen wir dennoch mit den Mittelwerten, weil Fairplane, soweit erkennbar, nicht veröffentlicht, wie häufig welcher Provisionssatz gewählt wird.

Dass das Unternehmen wie Flightright vor der konkreten Fallprüfung Kunden lediglich eine Provisionsspanne ausweist und keine konkrete Prozentzahl, spricht jedenfalls nicht per se für eine Tendenz zugunsten niedriger Provisionen. Eher handelt sich das Unternehmen den Vorwurf ein, die Provisionsspanne suggeriere deutlich mehr Fluggästen die Chance auf niedrigere Provisionen, als in der Praxis davon profitieren. Unsere stichprobenartige Überprüfung ergab zumindest, dass überdurchschnittlich hohe Provisionen mindestens ebenso häufig berechnet werden wie überdurchschnittlich niedrige.

Da einzelne Stichproben natürlich immer nur einen Ausschnitt zeigen, unterstellen wir für einen Gesamtvergleich der Einfachheit, dass Fairplanes Provision durchschnittlich etwa auf mittlerer Höhe zwischen Maximum und Minimum liegt. Hier ergibt sich ein Mittelwert von ca. 29,2%. Das entspricht auch dem früheren Einheitswert von 24,5 % zzgl. Mwst., den Fairplane ursprünglich ansetzte, ehe in der Bepreisung die derzeitige Provisionsspanne eingeführt wurde.

Bei der Einordnung der Entschädigungsbeträge ist allerdings noch etwas zu beachten: Ausgezahlt werden die genannten Werte nur bei vollumfänglicher Durchsetzung einer Forderung.

Gelingt es Fairplane nur, einen Vergleich mit der Airline zu schließen, bewegt sich der ausgezahlte Betrag darunter. Scheitert die erfolgreiche Verfolgung von Forderungen wie in ca. jedem 65. Gerichtsverfahren vollends, geht der Fluggast sogar völlig leer aus.

Ähnlich verhält es sich dort, wo sich schon in der vorgerichtlichen Rechtsverfolgung herausstellt, dass kaum Durchsetzungschancen bestehen. Auch dann stellt Fairplane seine Tätigkeit ein, ohne dass dem Kunden eine Zahlung zufließt. Wie häufig dies passiert, weist Fairplane nicht aus. Die Rede ist lediglich von der Erfolgsquote bei Gerichtsprozessen, die mit 98,5 % beziffert wird (Stand: 04.07.2019). Die Erfolgsquote in allen geführten Verfahren könnte von dem bloßen Wert der Gerichtssachen abweichen. Möglich ist, dass insgesamt eine Durchsetzung verhältnismäßig häufiger scheitert.

Nichtsdestotrotz deuten die Kundenbewertungen darauf hin, dass eine Beauftragung von Fairplane zumindest sehr häufig zu einer Auszahlung führt. Positiv anzumerken ist dagegen, dass Fairplane seinen Kunden bei erfolgreicher Durchsetzung nach längeren Verfahren abzüglich der eigenen Provision die Verzugszinsen gutschreibt, die eine Airline zahlen muss (siehe Ziff. 3.1 der AGB). In den meisten mehrmonatigen Verfahren betrifft das zwar höchstens einige Euro.

Zögert sich die Verurteilung einer Fluggesellschaft zur Zahlung allerdings über ein Jahr lang hinaus, summieren sich die Ansprüche auf Verzugszinsen zu einer 400€-Ausgleichsforderung beispielsweise immerhin auf ca. 10 Euro. Dies betrifft nach unserer Einschätzung zwar die wenigsten Fälle, kompensiert bei solchen Ausnahmen aber immerhin überlange Wartezeiten.

Erwähnung verdient hinsichtlich der Provision noch eine Besonderheit Fairplanes. Das Portal bietet alternativ zu einem Abschlag auf die Entschädigung pro Vorkommnis eine Art Reiseversicherung namens Fairtravel. Statt der Provision im Einzelfall zahlen Fluggäste hier eine jährliche Pauschale – unabhängig davon, ob sie eine entschädigungsberechtigende Flugunregelmäßigkeit erleiden oder nicht. Wie das Vergütungsmodell im Rahmen von Fairtravel genau ausgestaltet ist und für wen es sich lohnt, wird hier besprochen.

Höhe der Entschädigung von Fairplane im Vergleich

Höhe der Entschädigung von Fairplane im Vergleich

Im Hinblick auf die Höhe der Entschädigung rangiert Fairplane im Vergleich zu Konkurrenten eher auf einem vorderen Platz, allerdings nicht an der Spitze. Gerade von den Sofortentschädigern zahlen viele (aber nicht alle) erheblich weniger. Umgekehrt versprechen manche Fluggastportale in gewissen Konstellationen wie bei Langstreckenflügen sogar einige Dutzend Euro mehr pro Anspruch.

Fairplane erringt daher in der Kategorie Entschädigungshöhe vier von fünf möglichen Sternen. Welche Fluggastportale in dieser Kategorie noch besser abschneiden konnten, diskutiert dieser Beitrag, der die größten Anbieter im deutschsprachigen Raum gegenüberstellt.

Auszahlungsdauer

Wer schon Erfahrung mit Fairplane hat, weiß: Das Fluggastportal agiert vornehmlich als Inkasso-Dienstleister. Seine Tätigkeit besteht weniger in einer Sofortentschädigung gegen Forderungsabtretung, sondern in der Verfolgung von Ansprüchen des Kunden. Infolgedessen überweist Fairplane eine Entschädigung erst, nachdem die verantwortliche Fluggesellschaft eine Forderung anerkannt und ausgeglichen hat.

Abhängig von der Airline und der Lage des Einzelfalls unterscheiden sich die Auszahlungszeiten also deutlich. In manchen Konstellationen leisten Airlines zeitnah nach anfänglichen Aufforderungen.

Leitet Fairplane den Beitrag zudem zügig weiter, beläuft sich die Wartezeit eines Kunden auf „bloß“ drei bis fünf Wochen zwischen der Beauftragung Fairplanes und dem Zahlungseingang auf seinem Konto. Das beschreibt jedoch den Best Case. Laut Kundenbewertungen ereignen sich daneben häufig Fälle, in denen Fairplane Anwälte hinzuziehen oder gar klagen muss.

Eine außergerichtliche Verfolgung des Anspruchs durch einen Anwalt dauert hierbei 1-3 Monate. Sie beginnt außerdem frühestens, sobald Fairplane sie für erforderlich halten muss. Andernfalls darf das Unternehmen einer Fluggesellschaft nämlich keine Anwaltskosten aufbürden, sondern hat sie eigenständig auszugleichen. Als notwendig gilt eine anwaltliche Rechtsverfolgung jedoch erst, nachdem eine Airline einer Zahlungsaufforderung ohne Anwalt nicht Folge leistet. Deren Frist muss also zunächst ablaufen und ggf. sogar eine Fristverlängerung, die die Airline zur Bearbeitung erbittet.

Ist also ein Anwalt heranzuziehen, ergeben sich für Kunden effektiv Wartezeiten von 2-4 Monaten.

Bleibt die Fluggesellschaft weiterhin hartnäckig und lässt sie es auf ein Gerichtsverfahren ankommen, ist mehr Geduld gefragt. Auf welche genaue Dauer sich Fluggäste einstellen müssen, richtet sich danach, ob die verklagte Airline in Deutschland, im EU-Ausland oder einem Drittstaat angesiedelt ist. Gegen deutsche Airlines können Verfahren nämlich auf Deutsch geführt werden; ansonsten muss hingegen üblicherweise jeder Schriftsatz übersetzt werden. Das nimmt Zeit in Anspruch. Ziehen sich Prozesse gegen inländische Fluggesellschaften bis zur Zahlung in der Regel über 4-10 Monate, dauern sie gegen ausländische Airlines teilweise über ein Jahr lang.

Kundenbewertungen erwähnen mitunter Gerichtsverfahren, in denen erst nach 2-3 Jahren ein Urteil ergeht.

Das wirft die Frage auf: Welche Auszahlungsdauer ist im Vergleich aller Anbieter marktüblich? Da die Verfahren je nach Airline und Art der Flugunregelmäßigkeit unterschiedlich lange dauern können, lässt sich das gewiss nicht pauschal beantworten. Tatsache ist aber, dass die Auszahlung bei etlichen Fluggastportalen schneller gelingt. Dies zeigt folgende Gegenüberstellung.

Auszahlungsdauer bei Fairplane im Vergleich

Auszahlungsdauer bei Fairplane im Vergleich

Im Durchschnitt dauert die Auszahlung gemessen an der bisherigen Erfahrung mit Fairplane einige Monate. Damit belegt das Unternehmen im Vergleich mit Alternativanbietern einen hinteren Platz. Gerade Sofortentschädiger punkten hingegen dadurch, dass nach ihrem Geschäftsmodell binnen weniger Tage Zahlungen an die Kunden fließen.

Daher vereint Fairplane in der Kategorie Auszahlungsdauer nur drei von fünf möglichen Sternen auf sich. Wie andere Fluggastportale in dieser Kategorie abschneiden, zeigt dieser Vergleich der wesentlichen Anbieter im deutschsprachigen Raum.

Komfort

Ein zentraler Pluspunkt der Erfahrung mit Fairplane gleich zu Beginn: Keinem Kunden entsteht ein Kostenrisiko. Man braucht also für keinen Teilschritt der Rechtsverfolgung in Vorleistung treten — weder für Fairplanes Aktivitäten noch für Anwaltskosten noch für Gerichtsgebühren. Nur im Erfolgsfall überlässt ein Fluggast Fairplane eine Provision.

Fairerweise sei ergänzt: Dasselbe garantieren die anderen Fluggastportale ebenfalls. Hervor sticht nach der jüngeren Erfahrung mit Fairplane demgegenüber vor allem das komfortable Online-Formular des Unternehmens. Dieses untersucht Anfragen präziser als Abfragemodule der meisten Mitbewerber — einmal abgesehen von denen Flightrights und Ersatz-Pilots.

Zugleich vollführt das Online-Modul einen Abgleich der Eingaben mit Einträgen in Flugdatenbanken. Die angeschlossenen Datenbanken scheinen zwar alles andere als vollständig. Aber zumindest teilweise muss der Nutzer den Vorfall auf seinem Flug gar nicht mehr manuell darstellen. Der Aufbau der Online-Abfrage erlaubt zudem die direkte Beauftragung im Internet und erspart diverse nachträgliche Rückfragen. Das beschränkt den Aufwand des Nutzers für die Erfassung seines Falls auf ca. 8-10 Minuten.

Ein geringer Zusatzaufwand entsteht Kunden freilich im Nachgang gerade dort noch, wo ein Anwalt zur Durchsetzung beauftragt werden muss. Hierfür ist gesondert jedenfalls noch eine Vollmacht auszustellen oder eine Inkasso-Zession vorzunehmen. Außerdem sind je nach Arbeitsweise des befassten Anwaltes Rückfragen denkbar.

Komfort des Dienstes von Fairplane im Vergleich

Komfort des Dienstes von Fairplane im Vergleich

Insgesamt wird erkennbar, dass Fairplane den Aufwand für Kunden relativ weitreichend minimiert. Auf etwas höherem Niveau ebnen im Vergleich nur zwei andere Anbieter den Weg zur Ausgleichszahlung. Verantwortlich ist hierfür bei anderen Anbietern jeweils der Umstand, dass die Online-Formulare die Abwicklung der Geschäftsanbahnung etwas umfassender übernehmen. So bleibt der nachträglichen manuellen Klärung weniger überlassen als bei Fairplane.

Das Portal Fairplane sammelt deshalb in der Kategorie Komfort vier Sterne von fünf möglichen. Wie sich in der Bewertungssparte die verschiedenen Fluggastportale insgesamt schlagen, thematisiert dieser Vergleich der wichtigsten Anbieter im deutschsprachigen Raum.

Kundenbewertungen

Fairplane verweist darauf, dass das Unternehmen in mehreren Rankings Spitzenplätze erreicht hat. Aber was sagen die Kunden?

Auf dem Bewertungsportal TrustedShops erzielt Fairplane eine Bewertung von insgesamt 4,91 von 5,00 Punkten (Stand: 04.07.2019). Insgesamt berichten dort inzwischen etwa 7.000 Kunden über ihre Erfahrung. Bei Google erhält das Unternehmen demgegenüber nur eine Durchschnittsbewertung von 4,5 Sternen — allerdings haben hier bisher weniger als 100 Kunden eine Beurteilung hinterlassen.

Nutzer des Fluggastportals wirken also ganz überwiegend zufrieden, obgleich vereinzelt kritische Zwischentöne zu vernehmen sind. Der relative Vergleich mit alternativen Anbietern stellt heraus, dass Fairplane innerhalb der Branche damit eher einen Platz im oberen Mittelfeld belegt.

Kundenzufriedenheit bei Fairplane und anderen Fluggastportalen

Kundenzufriedenheit bei Fairplane und anderen Fluggastportalen

Nachstehend betrachten wir das Feedback im Einzelnen. Wir erläutern, was im Wesentlichen für den hohen Zufriedenheitsgrad der Nutzer verantwortlich ist und wo Kunden noch Verbesserungspotenzial erkannt haben.

Gute Erfahrungen

Die veröffentlichten Berichte zur Erfahrung mit Fairplane spiegeln zunächst die verbreitete Freude der Kunden darüber wider, dass sie überhaupt eine Entschädigung erlangen. Das erhebt Fairplane für sich genommen noch nicht über Mitbewerber; die Häufigkeit des Lobes ist eher Ausdruck der Größe und Bekanntheit des Portals.

Im Besonderen begrüßen Kunden darüber hinaus wenig verwunderlich das unkomplizierte Online-Formular und die relativ hohen Entschädigungssummen. Ganz überwiegend verfolgt der Anbieter ausweislich der ausgewerteten Erfahrung mit Fairplane positiv im Online-Formular geprüfte Forderungen erfolgreich.

Kunden können somit erwarten, dass die Beauftragung Fairplanes im Regelfall zu einer Zahlung führt. Erfreulich finden Rezensenten bei ihrer Erfahrung mit Fairplane ferner die Beharrlichkeit des Unternehmens. So scheut Fairplane auch langwierige Verfahren durchaus nicht per se. Dass das Fluggastportal sich ausschließlich „Rosinen herauspickt“ und kompliziertere Fälle tendenziell ablehnt, lässt sich nicht sagen.

Gerade in weniger eindeutigen Konstellationen besteht somit bei Fairplane eher als bei manch anderem Anbieter die Chance, dass das Unternehmen sich bereiterklärt, Kunden bei der Durchsetzung einer Forderung zu helfen.

Positiv heben Kunden zusätzlich hervor, dass Fairplane Entschädigungsbeträge nach Zahlung durch die Airlines rasch auskehrt. Die Wartezeit von Kunden verzögert sich also nicht zusätzlich durch lange Kommunikationsschleifen innerhalb des Unternehmens.

Im Übrigen unterhält Fairplane ein weites Netzwerk von Partneranwälten in Europa und kann daher auch Forderungen im EU-Ausland durchsetzen. Das erhöht das Spektrum der Fälle, die Fairplane bearbeiten kann, und führt zu selteneren Abweisungen wegen einer unzugänglichen Jurisdiktion im Ausland.

Schlechte Erfahrungen

Auf Unmut stoßen vor allem die langen Wartezeiten, die das Wesen des Geschäftsmodells Fairplanes mit sich bringt. Zwar trifft Fairplane keine Schuld, wenn es zahlungsunwillige Fluggesellschaften auf eine Klage anlegen und der Verfahrensausgang sich hinausschiebt.

Gleichwohl zeigen Sofortentschädiger, dass es durchaus möglich ist, Kunden die Geduld bis zur Auszahlung zu ersparen. In den Vorwürfen schwingt insoweit mit, dass Fairplane trotz einer Erfolgsprovision von bis zu 35 % das Risiko eines offenen Verfahrensausgangs nur im Hinblick auf die Verfahrenskosten schultert.

Das Problem vergrößert sich außerdem, weil Fairplane offenbar in gleichgelagerten Fällen laut manchen Kundenaussagen erst taktisch eine Klage für eine einzelne Forderung voranschiebt. Erst infolge der gerichtlichen Entscheidung über diese beginnt die Durchsetzung der übrigen Ansprüche. Das reduziert zwar das Prozesskostenrisiko, verlängert aber die Verfahren zum Nachteil der Fluggäste und trübt ihre Erfahrung mit Fairplane.

Vereinzelt finden sich Berichte zur Erfahrung mit Fairplane, die bemängeln, Fairplane breche gelegentlich Verfahren wider Erwarten ab. Bemängelt wird vor allem die Widersprüchlichkeit der Aussagen. So bemerkt der Anbieter gelegentlich erst im laufenden Verfahren die Aussichtslosigkeit, während er entsprechende Fälle anfangs noch als erfolgsträchtig eingestuft hatte. Das führt zu Unverständnis.

Betroffene Kunden wundern sich teilweise, weshalb sie sich überhaupt die Mühe einer Beauftragung gemacht haben und nicht schon im ersten Schritt eine genauere Untersuchung ihrer Fälle erfolgte. Verstärkt wird dieser unangenehme Eindruck bei einigen Flugreisenden noch, die sich in einer solchen Situation nachträglich an ein anderes Portal wandten, das ihre Forderungen erfolgreich durchsetzte.

Zudem kritisiert der eine oder andere Kunde, dass bei Fairplane gelegentlich Statusupdates zum Stand des Verfahrens ausbleiben. Als verwirrend empfinden es einige Nutzer außerdem, dass ihnen im Falle einer anwaltlichen Forderungsdurchsetzung zwei Ansprechpartner gegenüberstehen: Fairplane und eine Kanzlei. Das erhöht zugleich den Kommunikationsaufwand.

Wiederholt beargwöhnen Kunden außerdem die Qualität einiger Partneranwälte und im Besonderen deren unzureichende Kommunikationskompetenz. Weiterhin liest man zuweilen von Problemen in der Buchhaltung von Partnerkanzleien Fairplanes. Offensichtlich werden Zahlungen der Airlines manchmal erst auf Nachfrage weitergeleitet.

Wie repräsentativ sind die gesichteten Bewertungen?

Die Menge verfügbarer Erfahrungsberichte scheint auf den ersten Blick beeindruckend; sie ermöglicht ein gefestigtes Urteil, das sich auf ein breites Spektrum von Einzelmeinungen stützt. Dennoch fällt auf, dass der Fundus öffentlicher Bewertungen im Verhältnis zur Kundenzahl insgesamt wie eine bloße Stichprobe wirkt.

Nach eigenem Bekunden gelang es Fairplane nämlich, allein 2018 für Kunden über 45.862 Verfahren erfolgreich zu führen. Zugleich erfährt man auf dem Firmenprofil unter ca. 1.000 Bewertungen sammelt.

Kaum jeder fünfzigste Nutzer der Plattform tut also seine Meinung kund. Das provoziert die Frage: Weshalb geben ~98,5% der Kunden keine Bewertung ab? Hierfür kommt gewiss mehr als ein einzelner Grund in Betracht.

Allerdings liegt es nahe, dass die allermeisten schweigenden Kunden immerhin weder so fasziniert noch verstimmt sind, dass sie den Wunsch haben, ihre Erfahrungen öffentlich zu schildern. Eine denkbare Folgerung hieraus besagt, dass die allermeisten Nutzer recht zufrieden sind. Sie schäumen zwar nicht über vor Begeisterung über den Service; umgekehrt erlebten sie aber auch keine nennenswerten Unannehmlichkeiten.

Auch in der Kategorie Kundenzufriedenheit kann Fairplane daher vier Sterne von fünf möglichen verbuchen. Wie sich die andere Fluggastportale in dieser Kategorie geschlagen haben, thematisiert dieser Vergleich der größten deutschen Anbieter.

Fairplane oder eine Alternative?

Ist der Anbieter für meinen Fall geeignet?

Eine Entscheidung für oder gegen Fairplane hängt vor allem davon ab, worauf Nutzer individuell Wert legen. Daher ist jedem Fluggast zu empfehlen, die Angebote verschiedener Fluggastportale zu vergleichen, bevor ein bestimmter Dienstleister beauftragt wird.

Es kann sich im Einzelfall durchaus lohnen, einen Blick auf die Mitbewerber von Fairplane zu werfen: Sie verlangen zwar je nach Flugstrecke etwas höhere Provisionen, zahlen die Entschädigungssumme aber mitunter deutlich schneller aus. Qamqam hat ein Prüfungsformular entwickelt, das anhand der Flugdaten für konkrete Verspätungen und Ausfälle individuell prüft, welches Fluggastportal zu welchen Konditionen Entschädigungen anbietet.

Kam es auf Ihrem Flug zu Unregelmäßigkeiten? Dann probieren Sie das kostenlose Vergleichsmodul gerne aus, um nachzuschauen, welcher Anbieter Ihnen am besten zu einer Ausgleichszahlung verhelfen kann. Ansonsten geht es hier zur Website von Fairplane.

Seitentrenner Vergleich der Fluggastportale

Was steht Fluggästen neben einer Entschädigung zu?

Leider ist nur wenigen Fluggästen bekannt, dass die EU-FluggastrechteVO Airlines nicht bloß zu Ersatzzahlungen verpflichtet. Tatsächlich haben Fluggesellschaften etwaige Unannehmlichkeiten geschädigter Passagiere auch auf anderem Wege lindern.

So müssen sie zusätzlich für eine Unterbringung in einem Hotel und den entsprechenden Transfer aufkommen, falls sich ein Flug bis zum Folgetag verspätet oder gänzlich entfällt.

Ein Anspruch auf Verpflegung besteht bei einer Verspätung von nur zwei Stunden. Ihr Gepäck wurde beschädigt oder Ihnen sind sonstige quantifizierbare Schäden entstanden? Möglicherweise begründet hier das Montrealer Übereinkommen oder das deutsche Schuldrecht Ersatzansprüche gegenüber der Fluggesellschaft.

Qamqam hat zusammengetragen, was Geschädigten neben einer Ausgleichszahlung zusteht. Einen Gesamtüberblick zu Fluggastrechten bei Flugverspätung bietet dieser Beitrag. Unter welchen Voraussetzungen ein Passagier bei Ausfall oder Verspätung Anspruch auf Flugentschädigung nach der FluggastrechteVO hat, zeigt auch unsere Komplettübersicht zum europäischen Recht auf Flugentschädigung.

Weitere Informationen zu ihren Rechten aus der EU-FluggastrechteVO finden Geschädigte zudem unter folgenden Adressen:

  • Stiftung Warentest geht in diesem Beitrag der Frage nach, wann Fluggesellschaften zur Ausgleichszahlung verpflichtet sind. Der Beitrag richtet sich vor allem an Fluggäste, die erfahren wollen, wann sich Airlines auf „außergewöhnliche Umstände“ berufen und Entschädigungszahlungen verweigern können.
  • Stiftung Warentest gibt weiter in diesem Beitrag Auskunft, wann sich Geschädigte bei Verspätung ihres Gepäcks auf Kosten der Fluggesellschaft das Notwendigste nachkaufen dürfen.
  • Nähere Informationen zu Fluggastrechten und Ansprüchen aus der EU-FluggastrechteVO erhalten Sie außerdem auf den Seiten des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA).
  • Der ADAC hat sich ebenfalls mit der Entschädigung von Fluggästen befasst. Dieser Beitrag verschafft einen soliden Gesamtüberblick.
  • Eine umfassende Darstellung des Themenkomplexes „Fluggastrechte“ bietet abschließend der entsprechende Wikipedia-Artikel.